Ilm-Kreis: Schwierige Zeiten in der Gesundheitspolitik

Ilm-Kreis.  Aktuelle Herausforderungen sind beim Neujahrsempfang der Ilm-Kreis-Kliniken ein großes Thema.

Neujahrsempfang der Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt: Über 30 Ärzte lauschen Fachvorträgen der Kollegen.

Neujahrsempfang der Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt: Über 30 Ärzte lauschen Fachvorträgen der Kollegen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Von förmlichem Händeschütteln bis hin zu herzlichen Begrüßungen: Beim Neujahrsempfang der Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt-Ilmenau treffen traditionell die Chefärzte der Einrichtung sowie die niedergelassenen Ärzte des Kreises aufeinander und tauschen sich über Aktuelles aus.

Geschäftsführer Marcel John spricht die Herausforderungen der Stunde direkt an, denn „in der Gesundheitspolitik ist so viel los wie seit Jahren nicht.“ Belegen kann er dies durch verschiedene Beispiele – unter anderem das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Dies dient dazu, den Alltag der Pflegekräfte durch eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu verbessern, heißt es auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums. „Die Stärkung des Pflegepersonals ist uns auch wichtig“, sagt Marcel John. Dadurch werde die Pflege deutlich in Fokus genommen. Dennoch wüssten sie als Krankenhaus nicht, wo das hinführt und wie es umgesetzt werde.

Ilm-Kreis-Kliniken ausgezeichnet

Eine weitere Veränderung und gleichzeitige Herausforderung nennt der Geschäftsführer das MDK-Reformgesetzt (Medizinische Dienst der Krankenversicherung). Das beinhaltet, dass der Medizinische Dienst künftig organisatorisch von den Krankenkassen gelöst und als unabhängige Körperschaft des öffentlichen Rechts ausgestaltet ist. Dadurch sollen die Krankenhäuser entlastet werden. Doch gleichzeitig müsste detailliert beachtet werden, wie lange Patienten im Krankenhaus liegen. Bei einer Verletzung der Vorschriften würden 300 Euro Strafe anfallen, erklärt Marcel John. Und das bedeutet, dass genau geprüft werden muss, ob ein Klient aufgenommen wird, der eigentlich auch ambulant versorgt werden kann.

Doch bei all den Schwierigkeiten hat der Geschäftsführer auch eine erfreuliche Nachricht. Die Ilm-Kreis-Kliniken erhalten erstmals die Zertifizierung ISO 9001. Sie ist ein weltweit anerkannter Standard, der Anforderungen an ein wirksames Qualitätsmanagent in einem Unternehmen definiert. Dabei stehen Verantwortlichkeiten, Strukturen, Abläufe und Transparenz im Fokus. „Wir erhielten viel Lob von den Auditorien“, erzählt Marcel John nicht ohne Stolz.

Zwei personelle Veränderungen

Neben Fachvorträgen aus den Bereichen Urologie und Gefäßmedizin, stehen zwei Männer im Mittelpunkt: Jörn Winter und Ilhami Benli. Jörn Winter ist Arzt und derzeit der stellvertretende Leiter des Institutes für Laboratoriumsmedizin. Derzeit absolviert er noch zwei Weiterbildungen, sodass er Mitte des kommenden Jahres das Institut als Leiter übernehmen kann. Bei Ilhami Benli laufen bereits die Fäden zusammen. Denn er ist Chefarzt, der am 1. Januar neu gegründeten Klinik für Gefäßchirurgie.

Bevor der rege Austausch zwischen den über 30 anwesenden Ärzten beginnt, bedankt sich Landrätin Petra Enders als Aufsichtsratvorsitzende für die Arbeit der Ärzte, Mitarbeiter und bei den niedergelassenen Ärzten. Sie ist sich über die Herausforderungen für das Gesundheitswesen im Klaren, doch dennoch blickt sie optimistisch in das neue Jahr: „Und ich bin sicher, wir werden auch das schaffen.“

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