Ilmenau: Verbote für Mountainbiker und Forderung nach ICE-Halt

Ilmenau  Im Wirtschaftsausschuss wirbt ein Student zudem noch um Unterstützung beim Semesterticket für das Bahnfahren

Matthias Wetzel präsentiert in der Sitzung das Verbotsschild für Mountainbiker.

Matthias Wetzel präsentiert in der Sitzung das Verbotsschild für Mountainbiker.

Foto: André Heß

In der Sitzung des Wirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsauschusses des Ilmenauer Stadtrates ging es am Montag um einige Wünsche und Forderungen. Einen ICE-Halt für Ilmenau fordert Stadträtin Maria Franczyk (CDU) von der Deutschen Bahn. „Wir sind doch Universitätsstadt.“

Der Student Maximilian-Karl Neubronner vom Studierendenbeirat wünscht sich Unterstützung der Stadt beim Kampf gegen eine Erhöhung des Semestertickets für Bahnfahrten, das für die Ilmenauer Uni ab 2019 um über 66 Prozent angehoben werden soll. Schließlich forderte Ausschussvorsitzender Matthias Wetzel (CDU) die sofortige Unterlassung der Nutzung unberechtigt angelegter Abfahrten im Ilmenauer Stadtwald.

In Abstimmung mit dem Sport- und Betriebsamt und der Forstverwaltung werden jetzt Verbotsschilder angebracht, die die Mountainbiker an den entsprechenden Stellen darauf hinweisen sollen. Auf dem Hangeberg soll es inzwischen laut Wetzel elf wilde Abfahrten geben, betroffen seien auch Wege beim Schöffenhaus, Schwalbenstein und Hermannstein.

Es handele sich bei Goethewanderweg und Berggrabenweg um touristische Gebiete, die damit beeinträchtigt würden. Das entspreche einem Straftatbestand, der geahndet werde und auch schon wurde. So hat man die Urheber einer illegalen Strecke am Hermannstein im vorigen Jahr erwischt, die zu 250 Euro Strafe verdonnert worden sind. Außerdem wurde von einem Radfahrer ein Reh überfahren und getötet, das schlafend auf einem Weg lag. Die Stadt arbeite an einem Konzept für einen Mountainbike-Park am Lindenberg, da brauche es keiner illegalen Abfahrten, sagte Wetzel. Man habe schon den Mountainbike-Verein und die Radläden informiert.

In Sachen Semesterticket schlug der Student die Einrichtung einer Buslinie nach Erfurt vor, „damit wir Druck machen bei der Bahn“. Es könne auch sein, so Neubronner, dass bei keiner Einigung mit der Bahn das Semesterticket ganz wegfalle oder aber nur noch auf Wunsch angeboten werde, damit sei aber auch der Solidargedanke erledigt, wenn nicht mehr alle das Ticket bezahlen müssen, und es werde exorbitant teuer.

„Nette Toilette“ scheint nicht gewollt

Wahrscheinlich verabschieden wird sich die Stadt von dem Gedanken der „netten Toilette“. Man habe 40 Betriebe angeschrieben und nur zwei Antworten bekommen, die zudem negativ waren. Das Interesse der Gastronomen und Einzelhändler halte sich demnach stark in Grenzen, bei diesem Projekt mitzumachen, das von der Stadt unterstützt würde, sagte Wetzel.

Man diskutiere darüber schon über ein Jahr ohne Ergebnis. Die Diskussion war aufgekommen, weil es der Stadt an öffentlichen Toiletten fehlt, im Gespräch war zuvor der Bau einer neuen Bedürfnisanstalt, für die aber bis jetzt kein geeigneter Standort gefunden wurde.

Der Ausschuss beschäftigte sich mit dem ersten Nachtragshaushalt, den man zur Empfehlung weiter gab. Darin ist auch festgehalten, dass Ilmenau bei der freiwilligen Gebietsreform eine Neueingliederungsprämie von zwei Millionen Euro bekommt, obendrein noch eine Investitionspauschale von 855 000 Euro, das entspricht 21,74 Euro je Einwohner. Der Verein für Sport und erlebnisorientierte integrative Sozialarbeit erhält wie im Vorjahr einen Zuschuss von 5000 Euro, um den Jugendclub Oase am Leben zu erhalten.

1500 Euro sind für Saatgut vorgesehen, der Posten sei indes noch nie abgerufen worden, so Wetzel.