Ilmenauer Wahrzeichen wird bis 2020 runderneuert

Ilmenau  Kickelhahnturm bekommt die umfangreichste Sanierung nach seiner Errichtung. Aussichtsplattform gesperrt bis Bauende

Komplett eingehüllt – so zeigt sich derzeit das zahlenmäßig beliebteste Ausflugsziel im Ilm-Kreis. Bis Ende Oktober sollen die Außenarbeiten am Kickelhahnturm abgeschlossen sein. 2020 folgt der Neubau einer Aufgangstreppe.

Komplett eingehüllt – so zeigt sich derzeit das zahlenmäßig beliebteste Ausflugsziel im Ilm-Kreis. Bis Ende Oktober sollen die Außenarbeiten am Kickelhahnturm abgeschlossen sein. 2020 folgt der Neubau einer Aufgangstreppe.

Foto: Arne Martius

Das Wahrzeichen auf einem der beiden Ilmenauer Hausberge ist derzeit nicht wiederzuerkennen: Wo sich noch bis vor kurzem die typischen Rundbögen der Turmspitze des Kickelhahns über den Baumwipfeln zeigten, ist derzeit alles in Planen gehüllt. Das Bauwerk bekommt seit seiner Errichtung im Jahr 1854 eine grundlegende Sanierung und wurde dazu eingerüstet. Insgesamt eine halbe Million Euro kostet die Runderneuerung, wovon das Land Thüringen knapp 103.000 Euro übernimmt.

Vor Beginn der Arbeiten hatte Ilmenaus Bauamtsleiter Thomas Schäfer vorsorglich darauf hingewiesen, dass bei der Sanierung eines solchen Bauwerks auch Überraschungen lauern könnten. Und damit lag er richtig: Bei der Freilegung des Fundaments wurden Unebenheiten und Hohlräume festgestellt, teilte die Stadtverwaltung in dieser Woche auf Anfrage mit. „Durch Zementinjektionen mit einem Bindemittel wird eine Verfestigung erreicht. Diese Arbeiten werden zur Zeit ausgeführt“, erklärte Bürgermeisterin Beate Misch (CDU). Diese Arbeiten sollen Ende August abgeschlossen sein.

Risse, marode Balkone und rostende Treppe

Parallel arbeitet man an der Naturwerksteinfassade, Balkone und Turmgesimse werden erneuert, verputzt und das Mauerwerk neu verfugt. Das wird nach Angaben aus dem Rathaus bis Mitte September erledigt sein.

Ende August übernehmen dann die Gewerke zur Sanierung der Aussichtsplattform. Es werden Metallbauarbeiten nötig sein, aber auch Zimmer- und Holzbauarbeiten bis hin zur Elektroinstallation und der Erneuerung des Blitzschutzes. Damit steht in diesem Jahr alles auf dem Programm, was mit der Außenhülle und dem Fundament des Kickelhahnturms zusammenhängt. Bis Ende Oktober soll dieser Teil der Erneuerung erledigt sein.

Wieder zurückkehren werden die Handwerker im Frühjahr 2020, wenn es um das Innere des Turms geht. Vor allem die Treppe, die hinauf zur Aussichtsplattform führt, erfordert dabei den meisten Aufwand. Sie wird komplett demontiert und eine neue Treppenanlage eingebaut.

Dass der Turm bis zum Jahr 2020 für Besucher gesperrt ist, bedauern einige Mitglieder im Stadtrat – gerade mit Blick auf das bevorstehende Kickelhahnfest am 24. August. Doch das Bauwerk hat die Sanierung dringend nötig, machte zu Jahresbeginn ein Bericht vor dem Bauausschuss von Rolf Dietrich klar, der im Rathaus mitverantwortlich für Hoch- und Tiefbauvorhaben ist. Durch die intensive touristische Nutzung, vor allem aber durch Höhenlage mit starken Witterungseinflüssen, weise das Gemäuer „deutliche Abnutzungserscheinungen“ auf, so Dietrich.

„Mauerwerk und Innentreppe sind in einen bedenklichen Zustand geraten“, schilderte Dietrich. Die Außenhülle sei von oben bis unten mit Rissen übersät, die Balkone bröckeln. Am rund 100 Jahre alten Aufgang im Inneren des Turms aus Stahl nagt der Rost, wofür die hohe Luftfeuchte in dem ungeheizten Baukörper sorgte.

Derweil wurde der Zustand des 24 Meter hohen Aussichtsturms monatlich überprüft. Hätten sich die Schäden drastisch verschlimmert, wäre ein sofortiger Eingriff notwendig gewesen. Für Gäste war das im Ilm-Kreis am häufigsten besuchte Ausflugsziel im Winter gesperrt.

Vor der Sanierung hatte es Diskussionen darüber gegeben, wer für die Kosten aufkommen sollte. Denn das Bauwerk befindet sich in Besitz des Freistaats Thüringen, der es wiederum von seiner Landesanstalt Thüringenforst betreuen lässt.

„Eigentum verpflichtet“, argumentierte im vergangenen Jahr die Ilmenauer Stadtspitze zunächst und sah die finanzielle Verpflichtung klar beim Land. Dort wiederum wurde darauf verwiesen, dass die Kommune das Objekt schließlich touristisch nutze. Daraufhin wurde die Variante gefunden, dass die Stadt den Hauptanteil der anfallenden Kosten trägt und sich das Land beteiligt.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.