Im Erfurter Kreuz ist „kein Krümel Erde“ mehr frei

Arnstadt.  Mit der Ansiedlung von CATL samt Zulieferern, XXXLutz und EMC ist Thüringens größtes Gewerbegebiet laut IEK-Chef Willems ausgelastet.

Der Blick auf Thüringens größtes Gewerbegebiet am Erfurter Kreuz vom Eichfeld aus. Mit den neuen Ansiedlungen ist es ausgelastet.

Der Blick auf Thüringens größtes Gewerbegebiet am Erfurter Kreuz vom Eichfeld aus. Mit den neuen Ansiedlungen ist es ausgelastet.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Im letzten Jahr beherrschte die Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers CATL die Schlagzeilen im und um das Erfurter Kreuz. Derzeit baut aber auch XXXLutz dort ein E-Commerce-Center mit rund 400 Arbeitsplätzen. EMC – ein Hersteller von Fertigteilelementen für den Wohnungsbau – errichtet ein Betonfertigteilwerk.

Bis zu 2000 neue Arbeitsplätze

CATL ist mittlerweile auch der Initiative Erfurter Kreuz (IEK) als 110. Mitgliedsunternehmen beigetreten. Da man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genau weiß, wie viele Arbeitsplätze dort letztendlich entstehen – die Rede war und ist von bis zu 2000 – sind diese in den über 15.000 am Erfurter Kreuz noch nicht eingerechnet, zu denen dann noch einmal rund 700 besetzte Ausbildungsplätze hinzukommen, so Franz-Josef Willems, Chef der IEK.

Von Constance Ulbrich von CATL hieß es bei der Vorstellung ihres Unternehmens bei der IEK: „Wir möchten uns hier am Standort nicht nur in ein aktives Netzwerk integrieren, sondern auch aktiv dabei mitwirken, den Industriestandort Erfurter Kreuz weiter gemeinsam voranzubringen.“ Und da scheint man auf einem guten Weg. „Nach meinen Informationen ist kein Krümel Erde im Erfurter Kreuz derzeit noch frei, in der Landesentwicklungsanstalt liegen entsprechende Anfragen von Unternehmen – auch beispielsweise von Zulieferern von CATL – auf dem Tisch“, so Willems.

Ausbau der Autobahnanbindung

Ganz wichtig für das Erfurter Kreuz ist die weitere infrastrukturelle Erschließung des Gewerbegebietes, auch und vor allem wegen der CATL-Ansiedlung. Für die Bauphase gibt es laut Willems ein Verkehrskonzept. Konzeptionell steht auch das künftige Verkehrskonzept. Da hat man laut Willems auf Landesebene Ende letzten Jahres „dann auch jemanden gefunden, der das Portemonnaie aufmacht, denn es muss ja auch jemanden geben, der das alles bezahlt.“

Hier geht es zum einen um die Anbindung über einen Autobahnzubringer, der dreispurig bis Thörey und dann vierspurig weiter bis zur Autobahn mit einer Auffahrt Richtung Dresden ausgebaut werden soll.

Güterbahnhof Arnstadt reaktivieren

Zum anderen soll der Güterverkehr auf der Schiene weiter vorangetrieben werden. Der chinesische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus setzt nach eigenen Angaben beim Transport seiner Rohstoffe und seiner Erzeugnisse auf die Schiene. Man habe sich gemeinsam mit der Bahn dazu entschlossen, den Güterbahnhof Arnstadt zu reaktivieren, sagte der Europachef des Unternehmens, Matthias Zentgraf. Der Verkehr von dort bis zum Unternehmensstandort oder andersherum solle demnach mit emissionsfreien Lastwagen abgewickelt werden.

„Der Landkreis forciert die Planungen des Landes, die Thöreyer Straße weiter auszubauen, um den Autobahnzubringer an der A4 als wichtigste Route ins Industriegebiet optimal zu gestalten. Das Landratsamt unterstützt zudem das Anliegen von CATL, seinen Gütertransport auf die Schiene zu bringen“, sagt Landrätin Petra Enders. Dazu gehören auch ein Radschnellweg vom Bahnhof Neudietendorf zum Bahnhof Arnstadt durch das Industriegebiet – die Planungen hierfür laufen gerade an – und Anpassungen des öffentlichen Personennahverkehrs an die Erfordernisse der Arbeitnehmer. „Der Landkreis ist zudem verantwortlich für schnelle und qualifizierte Genehmigungsverfahren bei Firmenansiedlungen“, sagt Enders.

Infoangebote für den Nachwuchs

Die IEK versteht sich aber nicht nur als reine Interessensvertretung der Wirtschaft am Erfurter Kreuz, sie engagiert sich seit Jahren auch in Arnstadt und Umgebung. Schwerpunkt ist auch in diesem Jahr wieder die Berufsinformationsmesse im Staatlichen Berufsschulzentrum Arnstadt-Ilmenau in der Arnstädter Karl-Liebknecht-Straße. Für den 25. Januar haben sich laut Willems schon über 70 Aussteller mit über 70 Berufsbildern angesagt – ein neuer Rekord.

Am 25. März organisiert die IEK als Mitveranstalter das mittlerweile dritte Wirtschaftsforum. Das findet bei CATL statt, steht unter dem Motto „Antrieb 2020 – Mobilität der Zukunft“ und passt damit auch thematisch in das Erfurter Kreuz. Und am 3. November gibt es wieder „Ein Tag im Unternehmen“. Auch hier sind die Unternehmen des Erfurter Kreuzes seit Jahrzehnten mit dabei. „Und natürlich sind wir dann auch beim Stadtfest und beim Wirtschaftsfrühling mit dabei“, so Willems.

Bewerberportal für Fachkräfte

Als großes Ziel in laufenden Jahr wünscht sich Willems Fortschritte im „weiteren Bekanntmachen des Erfurter Kreuzes über Thüringen hinaus“, vor allem auch, was die Gewinnung von Fachkräften betrifft. Dieses Thema treibt die Initiative seit Jahren um. Zwar könne man das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern mit den eingangs erwähnten rund 700 Lehrlingen auffangen, viel mehr aber auch nicht. Deshalb gibt es auch auf der Internetseite der IEK ein extra Bewerberportal. Alleine im letzten Jahr wurden dort über 300 Initiativbewerbungen eingestellt, auf die Firmen dann Zugriff haben. „Bewirbt sich da ein gut ausgebildeter Mechatroniker, so hat er innerhalb einer Stunde drei oder vier Anfragen“, sagt Willems.

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