Innovative und lebenswerte Region Ilmtal

Ilm-Kreis.  Bundesweites Konzept für mehr Klimaschutz

Kerstin Wydra von der FH Erfurt und Thomas Meier von der Gemeinschaft Schloss Tonndorf stellen die Klimaschutzregion Ilmtal mit Landrätin Petra Enders (rechts) vor.

Kerstin Wydra von der FH Erfurt und Thomas Meier von der Gemeinschaft Schloss Tonndorf stellen die Klimaschutzregion Ilmtal mit Landrätin Petra Enders (rechts) vor.

Foto: Doreen Huth

Neue Perspektiven für regionale Wirtschaftskreisläufe und das Gemeinwohl – das sind Schwerpunkte des Konzeptes „Klimaschutzregion Ilmtal“. Es ist eines von insgesamt 44 Projekten in Deutschland, das es in die Konzeptphase des Bundesprogrammes des Bundesforschungsministeriums „WIR – Wandel durch Innovation in der Region“ geschafft hat.

„In vier Themenfeldern entwickeln die beteiligten Kommunen, regionale Wirtschaftspartner, die Landkreise Ilm-Kreis und Weimarer Land sowie engagierte Bürger Ideen, wie innovative und nachhaltige Ideen zum Klimaschutz im Ilmtal umgesetzt werden können. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Fachhochschule Erfurt“, erklärt Landrätin Petra Enders (pl). Die entsprechende Projektskizze dafür ist unter anderem von Kerstin Wydra (FH Erfurt, Vorstand Solarinput), Thomas Meier vom Solarinput sowie dem hiesigen Klimaschutzmanager Felix Schmigalle entwickelt worden. Bei den vier Themenfeldern geht es um eine klimaschützende Land- und Agroforstwirtschaft, wie Holz, Stroh, Hanf und andere (einst) heimische Materialien alternativ in der verarbeitenden Wirtschaft eingesetzt werden können und wie erneuerbare Energien sich in Einklang mit der Landnutzung bringen lassen. Und der vierte Aspekt: Wie eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft und Gesellschaft sowohl das Gemeinwohl stärkt, als auch regionale Wirtschaftskreisläufe und neue Absatzwege ermöglicht.

Kerstin Wydra erklärt dazu, dass die Landwirtschaft vor einem Wandel stehe. Dazu gehöre unter anderem, dass Methoden gefunden werden müssen, um das Wasser zu speichern, denn die Trockenheit im Sommer wäre das größte Problem mit Blick auf die Ernte. Denn sie weiß, dass zum Klimawandel auch gehört, dass der Sommer sehr trocken ist, das Wasser aber nicht weniger werde, eben nur in den Wintermonaten als Starkregen falle. Deshalb bräuchte es Vorkehrungen um im Herbst und Winter das Wasser zu speichern, um es im Sommer zur Verfügung zu haben. Vorstellen kann sich Kerstin Wydra auch, dass auf den Felder Photovoltaikanlagen aufgestellt werden. Darunter sei dann ein Anbau verschiedener Obst- und Gemüsesorten möglich, auch welche, die Schatten mögen.

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Nutzung von Holz, Stroh und Hanf. Denn Holz wäre ein idealer Speicher für CO2, erklärt Thomas Meier. Mit der Nutzung dieser Stoffe, würde man sich an den Vorfahren ein Beispiel nehmen. Denn schon damals hätten die Menschen Stroh als Dichtung und Dämpfstoff für Häuser genutzt. Meier kann sich auch vorstellen, die massiven Mehrfamilienhäuser aus Holz zu bauen. An der Stelle hakt Felix Schmigalle ein und versichert, dass dieser Bedarf im Ilm-Kreis besteht. Von mehreren Waldgenossenschaften wüsste er, dass derzeit das Holz sehr günstig nach China verkauft werde. „Da Holz aus dem Ilm-Kreis ist günstiger als aus Kanada.“ Aber künftig soll mit den eigenen Ressourcen mehr gearbeitet werden.

„Die Projektidee umfasst verschiedene, miteinander vernetzte Konzepte zum Wandel in den Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Holzbau und Erneuerbare Energien und Sektorenkopplung sowie Regionalökonomie, Kreislaufwirtschaft und Bildung, die durch die für alle Interessierten mögliche Beteiligung vernetzt und in der Gesellschaft verankert werden sollen“, fasst es Kerstin Wydra zusammen. Das Konzept wird wissenschaftlich begleitet. Um all diese Ideen und Vorstellungen umzusetzen, braucht es aber freiwillige Landwirte und die Beteiligung der breiten Masse. „Wir vernetzen Akteure und geben Anreize, das Ilmtal zu einer lebenswerten Region im ländlichen Raum zu machen“, sagt Landrätin Petra Enders. Sie ruft in diesem Zusammenhang die Bürger auf, sich beim digitalen Bürgerforum am Samstag, 21. November, von 13 bis 17 Uhr einzubringen.

Anmeldungen unter https://klimaschutzregion-ilmtal.de