Investition in die Bildung bringt erfahrungsgemäß die besten Zinsen

Arnstadt  Die Mitglieder des Fördervereins des Melissantes-Gymnasiums in Arnstadt greifen an vielen Stellen ein, wenn das Geld knapp wird.

Das Gymnasium erinnert jetzt an den aus der Region stammenden Gelehrten Melissantes. Die Schüler Robert, Pauline, Emma und Leon (von links) auf dem Bild haben inzwischen ihr Abitur gemacht.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Menschenleer sind die Flure des Melissantes-Gymnasiums. Vor Stunden schon ist die letzte Pausenglocke verstummt, die Schüler sind inzwischen daheim. Im Schulleiterzimmer aber brennt noch Licht. Hier tagt der Vorstand des Schulfördervereins, diskutiert über neue Vorhaben.

Verpflichtet fühlen sich die 125 Mitglieder einem Zitat von Benjamin Franklin: „Eine Investition in Wissen hat schon immer die besten Zinsen gebracht“, sagte er einst.

Das „Förder“ im Vereinsnamen ist daher Programm. Der Schulträger, der Ilm-Kreis, stemmt eine ganze Menge, betont Schulleiterin Christine Minkus-Zipfel. Baulich wird eine Menge getan, auch in Sachen Ausstattung wird viel investiert. Und doch gibt es immer wieder Dinge, die nicht im Budget sind. Hier springt der Schulförderverein ein.

Los geht es bei Kleinigkeiten. Ehe die neuen Fünftklässler an die Schule kommen, werden für sie zum Beispiel Willkommensgeschenke gebastelt. Das übernehmen die älteren Schüler. Der Förderverein finanziert das benötigte Material. Zu einer schönen Tradition ist inzwischen auch die Gestaltung der Klassenräume der Fünftklässler geworden. Die Kunstleistungskurse entwickelten 2017 ein Konzept und setzten es künstlerisch um. Die nötigen Farben wurden über den Verein beschafft.

Unterstützung gibt es auch bei anderen schulischen Projekten, bei Bildungsfahrten und Exkursionen. Der Chor wird gefördert, das Schulorchester ebenso. Zudem zeichnet der Verein Jahr für Jahr die besten Abiturienten mit dem Ehrenpreis und der Ehrenurkunde des Fördervereins aus.

Die Mitglieder sind zudem sehr umtriebig, wenn es darum geht, Geld zusammenzutragen für größere Vorhaben. Sponsoren werden angesprochen oder öffentliche Geldgeber wie das Amtsgericht, das einen Teil der verhängten Geldstrafen in gemeinnützige Projekte umlenkt.

Vielfältige Kunstprojekte konnten ermöglicht, Räume renoviert, namhafte Autoren an die Schule eingeladen werden.

Jüngstes Vorhaben: Auf dem Schulhof soll eine Kletterspinne aufgestellt werden. Dafür wurden bereits Lottomittel eingeworben, auch der Schulträger übernimmt eine große Summe. Der Förderverein steuert aus seinem Budget 4000 Euro bei. Das sei natürlich eine Herausforderung, sagt die Vorsitzende Evelyn Klemm. Aber eine, der sich der Verein gern stelle.

Wichtig ist den Mitgliedern, dass möglichst alle Klassenstufen von der Unterstützung des Vereins profitieren. Darauf werde bei der Auswahl der Projekte auch streng geachtet.

Wie viel Geld in den jeweiligen Klassenkassen landet, haben die Vereinsmitglieder auch selber in der Hand. Ein Teil der – relativ geringen – Jahresbeiträge kommt der Klasse des eigenen Kindes zugute. So manches schöne Projekt konnte auf diese Art und Weise schon verwirklicht werden.

Wichtig für den Förderverein ist, immer im Gespräch zu bleiben – nicht nur mit Sponsoren. Finden schulische Veranstaltungen statt, bringen sich die Mitglieder immer mit ein. So organisieren sie zum Tag der offenen Tür am 10. November unter anderem ein Quiz. Zeit bleibt an diesem Tag natürlich auch für Gespräche über die Arbeit des Vereins und für die Mitgliederwerbung. „Denn je mehr wir sind, umso mehr können wir bewirken“, weiß Evelyn Klemm.

Deshalb nehmen die Ehrenamtler auch am Wettbewerb „Stark im Verein“ der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau und der Thüringer Allgemeine teil. Er sei eine gute Möglichkeit, die Vereinsarbeit einer großen Leserschaft vorzustellen, so das Fazit. Und ja: Auch das Geld, das es zu gewinnen gibt, lockt. Schließlich gibt es viele Projekte, die noch gefördert werden sollen.

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