Irritation um Arnstädter Citymanager

Arnstadt.  Bauausschuss plant Sondersitzung mit dem Unternehmerverein zur Klärung offener Fragen.

Ein Citymanager soll helfen, die Arnstädter Innenstadt wiederzubeleben.

Ein Citymanager soll helfen, die Arnstädter Innenstadt wiederzubeleben.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Eine Fußgängerzone, die zeitweise wie ausgestorben wirkt. Leerstehende Läden. Schwierigkeiten, Nachfolger für kleine Geschäfte zu finden. Nicht erst seit gestern hat Arnstadt ein strukturelles Problem. Vor Jahren schon fiel die Entscheidung, großflächige Geschäftsbebauungen „auf der grünen Wiese“ zuzulassen. Die Einkaufstempel sind einerseits kundenfreundlich, bewirkten andererseits aber eine spürbare Verödung der Innenstadt.

Dem muss aktiv entgegengesteuert werden, entschied der Stadtrat schon vor Monaten. Er beauftragte das Institut Cima, Workshops unter anderem mit Ladeninhabern durchzuführen und zu eruieren, ob in der Stadt ein Citymanager gewollt ist. Auf Grundlage dieser Gespräche wurde ein Konzept entwickelt, worum sich ein Citymanager kümmern soll. Wie weit das Verfahren gediehen ist, war den Stadträten allerdings nicht klar. Das zeigte der Tagesordnungspunkt „Vorstellung Citymanagement“ im Bauausschuss am Dienstagabend.

Klar war den Politikern: Selbst anstellen darf die Stadt den Citymanager nicht. Sie braucht einen Träger, dem sie einen Zuschuss überweist und der zudem Fördergelder bekommt, um den Citymanager zu bezahlen. Diese Trägerschaft war ausgeschrieben, Arnstadts Unternehmerverein bekam den Zuschlag.

„Wir trauen uns das zu und wir können auch neue Impulse setzen“, betonte Stefan Rienecker vom Vorstand im Bauausschuss. Was die Politiker aber überraschte: In Sachen Citymanager ist schon, vom Stadtrat unbemerkt, eine Personalentscheidung gefallen. Ernst Haberland, Inhaber einer Marketingagentur aus Suhl, stellte sich als neuer erster Mann vor. Thomas Rothe von der hiesigen Glaserei Rothe ist der zweite Mann im Citymanagement.

Sie wollen in den nächsten Wochen zunächst viele Gespräche führen, Probleme auflisten, Wünsche aufnehmen. Und daraus Aktionen entwickeln, wie Arnstadt nach außen hin besser vermarktet werden kann – als Einkaufs-, aber auch als Touristenstadt.

„Ich bin allerdings davon ausgegangen, die Personalie wird erst noch ausgeschrieben“, äußerte Jan Kobel (Grüne) Bedenken. Diese teilten etliche der anderen Stadträte auch. Zudem sahen sie Gesprächsbedarf, an welcher Stelle sich der Stadtrat nun überhaupt noch mit einbringt, in welche Richtung es gehen soll, was überhaupt Ergebnis der Workshops war.

Zu viel, um das kurz abzuhandeln. „Wir machen zeitnah eine Sondersitzung“, versprach Ausschussvorsitzender Joachim Lindner (Pro Arnstadt) dem Unternehmerverein. Dann soll es nicht nur um Zuständigkeiten, sondern auch um Arbeitsaufträge gehen. Denn eins ist in Arnstadt gewollt: Dass ein Citymanagement Impulse zur Wiederbelebung der Innenstadt gibt. „Die Erwartungshaltung ist groß“, brachte es Christian Hühn (SPD) auf den Punkt.

2020 soll der Citymanager – oder besser die Doppelspitze – die Arbeit aufnehmen. Das Förderprogramm läuft 36 Monate. Anschließend entscheidet der Stadtrat, ob das Projekt fortgeführt wird. Bis dahin muss aber auch geklärt werden, wie es dann weitergeführt wird, denn die Fördermittel entfallen nach drei Jahren.

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