Jens Petermann führt Arnstädter Linke in den Bürgermeister-Wahlkampf

Arnstadt  Stadtverband Arnstadt votierte gestern einstimmig für den Richter, der auf vielen Ebenen Politikerfahrung mitbringt

Die Stadtverbandsvorsitzende Judith Rüber gratuliert Jens Petermann, der von den Linken zum Bürgermeisterkandidaten für Arnstadt gewählt wurde.

Die Stadtverbandsvorsitzende Judith Rüber gratuliert Jens Petermann, der von den Linken zum Bürgermeisterkandidaten für Arnstadt gewählt wurde.

Foto: Britt Mandler

Lachend steckt Anke Hofmann-Domke Jens Petermann eine selbst gemacht rote Socke ans Revers. „Du sollst doch im Wahlkampf erkennbar sein“, sagt die Kreisvorsitzende der Linken.

Sie ist die erste Gratulantin, die Petermann gestern Abend dazu beglückwünscht, dass er für seine Partei ins Rennen um den Bürgermeisterposten geht. Dass dies mit einstimmigen Votum geschah, überrascht den Kandidaten aber. „Ich bin ja selten sprachlos, nun aber schon“, gibt er zu.

Dass Petermann Ambitionen auf das Bürgermeisteramt hat, hatte sich schon im Dezember angekündigt. Er stellte seinen Sitz im Stadtrat zur Verfügung. Die politische Arbeit in diesem Gremium und den Wahlkampf will er nicht miteinander vermischen, betont er gestern.

Die Kandidatur habe er sich im übrigen reiflich überlegt. Er gehe aber konform mit der Einschätzung des Stadtrats-Fraktionschefs Frank Kuschel, dass sich in Arnstadt in den letzten Jahren zu wenig bewegt habe.

Kuschel erinnert nicht nur an das lange Ringen um die Arnstädter Finanzen. Es gehe auch in Sachen Wohnungsbau zu langsam voran. Der Bürgermeister treibe nicht konsequent genug Fördermittel ein, gehe mit den städtischen Gesellschaften nicht so um, wie die Linke es gerne hätte, nennt er nur einige Kritikpunkte.

Das sieht auch Petermann so. Um vorwärts zu kommen, müsse man kooperieren. Mit dem Land ebenso wie mit anderen Fraktionen. Noch ist das Wahlprogramm nicht komplett ausgearbeitet. Wichtige Punkte kann der 54-Jährige, der als Richter arbeitet, aber schon benennen. Der Wohnungsbau in Arnstadt müsse vorangebracht werden. Familien bräuchten gute, bezahlbare Unterkünfte.

Geht es nach Petermann, sollen zudem Jugendliche mehr Mitspracherechte in Arnstadt erhalten. Er findet Pläne, einen Jugendbeirat zu gründen, begrüßenswert.

Unbedingt beibehalten sollte die Stadt auch ihre so genannten freiwilligen Ausgaben, etwa für Theater, Tierpark oder Stadtbad, findet Petermann. Mehr noch: Er könne sich sogar die Gründung eines kommunalen Kinos vorstellen. Vor allem gehe es ihm aber um ein gutes Miteinander. Darum, bessere Verbindungen als bisher zum Land zu knüpfen, sich dort für die Bachstadt stark zu machen. Auch müsse der Stadtrat mehr Wertschätzung erfahren als bisher. Unter anderem gehören höhere Aufwandspauschalen für Stadträte dazu. Nur so motiviere man Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren.

In den kommenden Wochen wollen die Linken einen intensiven Wahlkampf führen, kündigt Stadtverbandsvorsitzende Judith Rüber an. Dieser soll sich insbesondere auch an Jugendliche in Arnstadt richten. Denn bei dieser Kommunalwahl dürfen auch 16-Jährige bereits ihre Stimme abgeben.

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