Johann Christian Heinrich Rinck: Ein Diener der heiteren Kunst

Elgersburg.  Zum 250. Geburtstag eines großen in Elgersburg geborenen Komponisten. Ein Blick auf sein Leben und Wirken.

Auch in Elgersburg wurde an Rinck durch Mario Augner, Klaus Bödrich, Brigitte Roth Ingrid und Roland Flurschütz (v.l.) gedacht.

Auch in Elgersburg wurde an Rinck durch Mario Augner, Klaus Bödrich, Brigitte Roth Ingrid und Roland Flurschütz (v.l.) gedacht.

Foto: Karl-Heinz Veit

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Vor 250 Jahren wurde 1770 im thüringischen Elgersburg bei Ilmenau einer der wichtigsten Organisten, Orgelsachverständiger, Musik- und Instrumentallehrer, Violinist und Komponist seiner Zeit, Johann Christian Heinrich Rinck geboren.

Bisher gab es für Johann Christian Heinrich Rinck viele Titel, wie „Kleinmeister des Orgelbiedermeiers“, „Rheinischer Bach“, „Deutscher Bach“ oder auch „Hochgefeierter Veteran der geistlichen Tonkunst“. Diese Titel zeigen uns, Rinck war zu Lebzeiten einer der führenden Autoritäten als Lehrer, Komponist und berühmter Organist seiner Zeit. Fünf Jahre nach Rincks Tod, am 7. August 1846 gründete man zu seinen Ehren 1851 die „Rinckstiftung“, die 72 Jahre, also bis 1923 Bestand hatte. Seinerzeit gab es zahlreiche, dem Andenken Rincks gewidmete Noten-Publikationen, wie beispielsweise das „Rinck-Album“ für Orgel. Heute wird das Erbe durch die „Christian-Heinrich-Rinck-Gesellschaft e. V. Darmstadt“ gefördert und gepflegt. Der Musikverlag Dohr in Köln gab in den vergengenen Jahren in vorbildlicher Weise, in Noten- und Bucheditionen, das musikalische Gesamtwerk Rincks neu heraus.

Rinck entstammte einer alteingesessen Thüringer Lehrer- und Organisten-Familie. Sein Vater Johann Georg erkannte frühzeitig das Talent seines Sohnes und schickte ihn deshalb 1784 zum Musikunterricht nach Angelroda zu Lehrer Abicht, einem Schüler des Gräfenrodaer Organisten und Bach-Verehrers, Johann Peter Kellner. Bereits ein Jahr später kam Christian Heinrich für drei Monate zum Organisten an der Neuen Kirche, Johann Adrian Junghanß, nach Arnstadt. Da ihm der Unterricht nicht zusagte, ging Rinck 1785/86 zu Kantor Kirchner nach Büchelohe. Auf Anraten seines Vaters, erhielt Rinck vom letzten Bach-Schüler, Johann Christian Kittel, berühmt als gesuchter Orgellehrer und legendärer Improvisator an der Orgel der Predigerkirche Erfurt, im Jahr 1786 für vier Jahre eine solide Organistenausbildung.

Weitere Lebensstationen Rincks, zunächst als Lehrer und Organist, folgten in den Jahren 1790 in Giessen. Seit 1805 erhielt er eine Anstellung als Stadtkantor und Organist an der Stadtkirche, sowie als zweiter Geiger in der Hofkapelle in Darmstadt. Rinck komponierte zahlreiche Kompositionen für Orgel, die hohe Druckauflagen, wie beispielsweise „Der Choralfreund“ mit 15.000 gedruckten Exemplare erreichten. Seine Orgelschulen waren lange Zeit im Gebrauch. Die leichten und kurzen Stücke, wie auch die schweren und etwas längeren Orgelkompositionen werden heute noch gern gespielt und kommen beim Hörer gut an. Das Volkslied „Abend wird es wieder“ mit der eingängigen Melodie Rincks kennt heute fast jeder.

Bleibt zu wünschen, dass nicht nur zum Geburtstagsjubiläum Rincks die schöne Musik weiterhin nicht nur in kirchlichen Räumen erklingen möge. Ganz nach dem Motto, den Menschen mit schöner Musik zu erfreuen, sah sich Rinck als ein Diener der heiteren Kunst.

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