Juniorwahl mit allem, was dazu gehört

Arnstadt  Wahl 2019 Die Arnstädter Bechsteinschüler können noch bis heute ihre Stimmen zur Landtagswahl abgeben. Ergebnis am Sonntagabend

Moritz, Amely, Ricky, Belinda und Joleen (von links) sind im Wahlvorstand bei der Juniorwahl in der Arnstädter Bechsteinschule und organisieren alles.

Moritz, Amely, Ricky, Belinda und Joleen (von links) sind im Wahlvorstand bei der Juniorwahl in der Arnstädter Bechsteinschule und organisieren alles.

Foto: Robert Schmidt

Die Bechsteinschüler haben am heutigen Donnerstag die Landtagswahl schon hinter sich. Seit 2009 nehmen sie an der bundesweiten Aktion teil – immer zu den Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen. Das Novum in diesem Jahr: Erstmals findet die Wahl nicht im Unterricht und damit obligatorisch für alle, sondern in der Freizeit statt. „Wir erhoffen uns davon authentische Ergebnisse ähnlich der Wahl bei den Erwachsenen – zum Beispiel bei der Wahlbeteiligung“, so der Schulsozialarbeiter René Heerlein.

Heute ist die letzte Möglichkeit zur Stimmabgabe, dann wird auch schon ausgezählt und die Ergebnisse weitergemeldet. Allerdings: Öffentlich gemacht werden sie erst am Wahlsonntag nach 18 Uhr – so sind die Regeln. Stimmberechtigt sind alle Schüler ab der achten Klasse, also in der Bechsteinschule über 100.

Vorbereitet wurden die Schüler auf ihre Wahl fächerübergreifend, natürlich in Sozialkunde, aber auch in Geschichte, Deutsch oder Mathematik – was beispielsweise die Auswertung von Statistiken betrifft. Und es gibt natürlich auch für jeden Wahlbenachrichtigungskarten, es gibt ein Wahllokal mit Kabinen und einer Urne und einen richtigen Wahlvorstand – in diesem Jahr mit Schülern der 7b.

Das Interesse ist da. Lorenzo (15) aus der 9a bemängelte im Vorfeld der Wahl, dass die Ergebnisse der Europa-Juniorwahl vom Mai nicht zur Verfügung gestellt wurden. „Das ist für uns in der Vorbereitung schon wichtig“, meinte er. Allerdings rechnet Heerlein mit einer geringeren Wahlbeteiligung als in den letzten Jahren – eben wegen jener Freiwilligkeit.

Zur Wahl stehen – wie bei der richtigen am Sonntag – alle Direktkandidaten des nördlichen Ilm-Kreises sowie natürlich auch alle Parteien, die diesmal antreten und für die auch die Erwachsenen am Sonntag stimmen können. Aber schon jetzt gibt es ein erstes Fazit: „Politiker sollten sich mehr um die Stimmung unter den jungen Leuten kümmern“, sagt Heerlein. Da gebe es quer durch alle Parteien einen großen Nachholebedarf.

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