Kindergartengruppe zum Ilmenauer Jazzherbst

Ilmenau  Wiener Formation setzt in Ilmenau Schlusspunkt hinter ihre Deutschlandtournee. Von Grundton bis Gesangscollage.

Die Schlagzeugerin Judith Schwarz (vorne) hat ihr Instrument verlassen und dirigiert die Band. Hier spricht sie direkt die Vokalistinnen Anna Anderluh (links) und Anna Widauer an.

Die Schlagzeugerin Judith Schwarz (vorne) hat ihr Instrument verlassen und dirigiert die Band. Hier spricht sie direkt die Vokalistinnen Anna Anderluh (links) und Anna Widauer an.

Foto: Karl-Heinz Veit

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Die musikalische Jahreszeit „Ilmenauer Jazzherbst“ startete am Samstagabend und bietet bis zum 8. Dezember fünf Konzerte. Der hiesige Jazzclub hatte fürs Eröffnungskonzert mit „Little Rosies Kindergarten“, der besonderen „Kindergartengruppe“ aus Wien, einen guten Griff getan. Die Band beendete nach Konzerten in Berlin und Dresden in Ilmenau ihre Deutschlandtournee.

„Wir sind sehr glücklich darüber und fühlen uns geehrt, hier in Ilmenau spielen zu dürfen“, sagte E-Bassist Philipp Kienberger mit typischem Wiener Charme. Der leitende Kindergärtner scheint er, der sich als Sprecher der Gruppe produzierte, dennoch nicht gewesen zu sein.

Aber vielleicht hatte Judith Schwarz diesen Part inne? Sie schritt im historischen „Großen Hörsaal“ des Helmholtz-Baues die „Showtreppe“ hinab, während die restlichen elf Gruppenmitglieder oben warteten. Am Schlagzeug erweckte die Drummerin das Publikum mit rasselnden Trommelwirbeln und fiel sogleich in einen stoisch durchgehaltenen Beat-Schritttakt. Ein Saxofonspieler beendete ihre Einsamkeit auf dem Podium, der im Hörsaal einem Orchestergraben gleicht. Gemessenen Schrittes kam er herab, suchte sein Pult auf und gab den „Grundton der Terz“ vor. Diesen verließ er nur gelegentlich für einen Sekundenbruchteil bei einem vermutlich verhinderten Atemaussetzer, der einen kurz hupenden Ton produzierte, ohne die Klangmonotonie wesentlich zu stören. Je mehr Instrumente – Piano, Trompete, Bass, Gitarre, Cello, Violine – hinzukamen, desto komplexer wurde der eintönige Klang hörbar.

Selbst die Singstimmen von Anna Anderluh und Anna Widauer brachten nichts anderes hervor, als den „Grundton“. Nach gefühlt zehn Minuten endete die „Ode an den Grundton“ und die Zuhörer hatten die „Kindergartengruppe“ ein wenig kennengelernt.

In den nächsten Stücken lief die Gruppe zur spielerischen Hochform auf und das Publikum ging gut mit. Die Mixtur aus Klängen und Vokalgesang blieb der Harmonie verpflichtet.

Ei, wie lustig klang der einzige Titel mit Gesangstextfetzen. „Kommt ein Vogel geflogen“, „O, du Fröhliche“ und die Pippi Langstrumpf-Melodie waren in der sinfonischen „Kindergartenklang- und Gesangscollage“ herauszuhören.

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