Landgemeinde Großbreitenbach bekommt 24 Pedelecs geschenkt

Ilm-Kreis  Leihräder sollen an Einheimische, Verwaltungsmitarbeiter und Gäste gegen einen Unkostenbeitrag ausgegeben werden.

24 Räder zum Verleihen in der Landgemeinde Stadt Großbreitenbach sind im Fachgeschäft in Ilmenau abgeholt worden. Foto: André Heß

Foto: André Heß

Trubel am Mittwochvormittag am Ilmenauer Bahnhof. Die große Gruppe aus dem oberen Kreisgebiet kam mit dem Linienbus, wollte aber nicht mit dem Zug weiter, sondern mit den Rädern, die vor dem Radfahrfachgeschäft von Rad-Art bereits aufgereiht waren.

24 Pedelecs, die per Pedale und elektrischer Unterstützung gefahren werden, hat die Landgemeinde Stadt Großbreitenbach sich angeschafft und wird sie an ihre Gemeinden nach Wunsch und Bedarf verteilen, damit sie dann von Einheimischen, Touristen und Angestellten als Leihräder genutzt werden können. Die Kosten von 64.000 Euro werden über das Komet-Projekt, das ländliche Räume fördert, vollständig beglichen, sagte Heike Blum von der Stadtverwaltung.

Anschaffung zu 100 Prozent gefördert

Stadtrat Lothar Schubert aus Altenfeld hatte die Idee dazu. Er sprach mit einem gewerblichen E-Bike-Verleiher aus Schmiedefeld, besuchte dann einen Tag der offenen Tür zur E-Mobilität in Gräfenroda und kam dort mit dem Klimaschutzmanager vom Landratsamt des Ilm-Kreises ins Gespräch, der den Bogen zur Komet-Region spannte und eine Verbindung zur Thüringer Aufbaubank herstellte, welche über das Programm „Klima Invest“, Anschaffungen von Pedelecs fördert.

Stationiert werden die Räder in Großbreitenbach, Altenfeld, Neustadt und Herschdorf. Sie seien für die Generation ab 50 Jahre am Rennsteig genau das richtige, hieß es.

Dabei handelt es sich bei den Rädern keineswegs um Discounter-Ware. Ein Cross-Trekking-Rad kostet 2500 Euro, sagte Frank Hedwig von Rad-Art. Räder mit Unterstützung verkaufe man inzwischen zu 50 Prozent. Zwei weitere Mitbewerber um den lukrativen Auftrag gab es noch. Das Geschäft in Ilmenau übernimmt drei Jahre den Service und die Garantie für die Räder, darunter auch drei Kinderräder, zwei Lastenfahrräder und drei Mountainbikes.

Bisher steht aber noch nicht fest, ab wann die Leihräder auch in den Kommunen der Landgemeinde verliehen werden können. Da die Anschaffung für die Kommunen durch die Förderung vollständig kostenfrei war, können sie keine Leihgebühren erheben, es werde aber eine Unkostenpausschale von den Nutzern gezahlt werden müssen, die Unterhaltung, Ladung und Wartung der Räder abdecke. Wie die aber im Detail aussehe, müsse noch in der Verwaltung und im Stadtrat der Landgemeinde diskutiert werden.

Die Buspassagiere stiegen schließlich auf die Räder um, manche saßen zum ersten Mal auf einem elektrisch unterstütztem Fahrrad. Das hörte man dann auch: „Voll lustig, echt cool“ waren die ersten Meinungen nach einer kleinen Probefahrt vor dem Bahnhof.

Vor der Überfahrt gaben die Radspezialisten noch eine Einweisung, stellten hier und da etwas nach, und gaben den Hinweis, den Akku nur in Häppchen zu laden, damit erhöhe man seine Lebensdauer.

Leihräder sind bereits gekennzeichnet

Die Überfahrt mit den Stadt- und Ortschaftsräten, Mitarbeitern der Verwaltung und dem neuen Bürgermeister der Landgemeinde Stadt Großbreitenbach, Peter Grimm (SPD), wurde von einem Mitarbeiter des Radgeschäfts begleitet.

Die Räder tragen bereits die Aufschrift Leihbike und ihren Bestimmungsort. Warum es die teure Variante sein musste, begründete Heike Blum von der Stadtverwaltung mit der Qualität. „Mal sehen, wie sie in einem Jahr aussehen“, sagte einer in der Runde.

Die Pedelecs fahren mit Akku-Unterstützung maximal 25 km/h, dann schaltet sich die Unterstützung ab. Richtige E-Bikes hingegen fahren auch ohne in die Pedalen treten zu müssen.

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