Lehrstellen in Arnstadt lassen sich auch auf den letzten Pfiff ergattern

Ilm-Kreis  In vielen Branchen bieten Firmen mehr Ausbildungsplätze an, als es Bewerber gibt. Auch Universität hat noch Kapazität

Die Agentur für Arbeit Arnstadt, das Jobcenter Ilm-Kreis und die Stadt Arnstadt laden einmal im Jahr zum Wirtschaftsfrühling in die Stadthalle ein. Hier werden freie Stellen, Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, Unternehmenspräsentationen, Bewerbergespräche, Vorträge und Beratung angeboten.

Die Agentur für Arbeit Arnstadt, das Jobcenter Ilm-Kreis und die Stadt Arnstadt laden einmal im Jahr zum Wirtschaftsfrühling in die Stadthalle ein. Hier werden freie Stellen, Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, Unternehmenspräsentationen, Bewerbergespräche, Vorträge und Beratung angeboten.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Erst wenige Wochen ist es her, dass die Schulabgänger des Ilm-Kreises nervös, aber glücklich auf großen Bühnen standen und ihre Zeugnisse entgegennahmen. Wie es nach einer kurzen Erholungsphase weitergeht, wusste allerdings nur ein Teil von ihnen.

475 Jugendliche hatten bei der Agentur für Arbeit angegeben, dass sie eine Ausbildungsstelle suchen, bilanzierte jetzt Pressesprecherin Lydia Schöller. In etlichen Branchen sind Bewerbungen Monate vor dem Lehrbeginn üblich, etwa bei Banken oder Versicherungen. In Industrie, Handwerk und im Dienstleistungsgewerbe werden Verträge mitunter auch sehr kurzfristig geschlossen.

„Das eröffnet auch Chancen“, betont Martina Lang, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit im Ilm-Kreis. Denn wer noch unversorgt ist, für den sei der Zug auf gar keinen Fall abgefahren. „Unsere Berufsberater stehen bereit, wir haben auch verschiedene Veranstaltungen durchgeführt und derzeit ist auch eine Last-Minute-Hotline für Bewerber geschaltet“, weist sie auf das breit gefächerte Angebot der Agentur hin.

Ende Juli hatten gut zwei Drittel der registrierten Schulabgänger bereits einen Lehrvertrag in der Tasche. 161 der Absolventen wussten allerdings noch nicht, wie es für sie persönlich weitergeht. Die Gründe dafür waren höchst unterschiedlich. Manche Schulabgänger schwanken noch zwischen Lehre und weiterführender Schule oder Studium. Einige hatten sich in Branchen beworben, die so begehrt sind, dass es weniger Lehrstellen als Bewerber gibt. Mitunter liegt es an den schlechten Noten.

Aber auch das ist kein Grund zur Resignation – weder aus Sicht der Bewerber noch aus Sicht der Firmenchefs. Denn es gibt Fördermöglichkeiten, um die Bewerber fit zu machen für das Berufsleben. Auch möglicher Extra-Aufwand seitens der Firmen stellt so keine unüberwindbare Hürde mehr dar.

Drei Viertel der Bewerber haben einen Real- oder Hauptschulabschluss in der Tasche. Weitere 15 Prozent haben die Hoch- oder Fachhochschulreife. Zugenommen hat der Anteil der Absolventen Berufsbildender Schulen, die eine Ausbildungsstelle suchen. Auch der Anteil ausländischer Bewerber ist gestiegen. Vor fünf Jahren gab es nur drei Schulabgänger, in diesem Sommer waren es 43.

Auswählen konnten die Schulabgänger aus 648 gemeldeten Lehrstellen. 319 von ihnen sind noch nicht vergeben.

Besonders schwierig ist es für Unternehmen aus dem Bereich Glasherstellung, ihre Lehrstellen zu besetzen. Auf 19 Angebote kamen weniger als drei Bewerber. 14 Lehrstellen sind in dieser Branche noch frei.

Chancen haben Jugendliche aber auch in der Kunststoffverarbeitung (sechs freie Stellen), im Maschinenbau, der Fahrzeugtechnik, in der Metallbearbeitung, Mechatronik und Energietechnik sowie in der Lebensmittelherstellung. Auch im Handel, in der Lagerwirtschaft, auf dem Bau und in der Gastronomie gibt es mehr freie Ausbildungsplätze als Interessierte.

Auch die Technische Universität Ilmenau hat noch freie Kapazitäten. Sie lädt am 30. August ab 10 Uhr in den Humboldtbau zum Last-Minute-Infotag ein. Denn mitunter verwerfen junge Menschen auch ihren Plan, eine Lehre zu machen, und beginnen kurzfristig ein Studium.

Die Last-Minute-Hotline der Agentur für Arbeit ist erreichbar unter Tel. 0361/30 22 230.

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