Lesung aus verbrannten Büchern in Arnstädter Fußgängerzone

An die Bücherverbrennungen im Jahre 1933 erinnerte jetzt eine Lesung am Hopfenbrunnen, die vom Arnstädter "Bündnis gegen Rechtsextremismus" organisiert worden war.

Auch Rüdiger Hahn, Direktor der Volkshochschule
Arnstadt-Ilmenau, las gestern am Hopfenbrunnen
in Arnstadt zur Erinnerung an die Bücherverbrennung von 1933. Foto: Christoph Vogel

Auch Rüdiger Hahn, Direktor der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau, las gestern am Hopfenbrunnen in Arnstadt zur Erinnerung an die Bücherverbrennung von 1933. Foto: Christoph Vogel

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Arnstadt. Zahlreiche Arnstädter lasen aus Büchern von Autoren, die damals als "undeutsch" bezeichnet und auf den Index gesetzt worden waren. Unter anderem waren Texte von B. Traven, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky zu hören.

Die Liste der Bücher, die damals verboten worden sind, ist noch immer unvollständig. Von manchen Autoren wurde das gesamte Werk verfemt, von anderen nur einzelne Bücher. Die "Bücherverbrennung", die am Abend des 10. Mai 1933 stattfand, war generalstabsmäßig vorbereitet worden. Und es waren erstaunlicherweise gerade die Studentenschaften, die sich beim Verbrennen von Büchern besonders hervortaten.

Die Autoren wurden mit Berufsverbot belegt, einige auch in Konzentrationslagern ermordet. Andere konnten fliehen, zerbrachen aber am Schicksal, nicht mehr in und für Deutschland schreiben zu können und nahmen sich das Leben.

An diese Schicksale wollte die Veranstaltung in der Fußgängerzone erinnern. Auch wenn nicht sehr viele Menschen stehen blieben und zuhörten, vielleicht war die Aktion Anstoß, selbst wieder einmal zum Buch zu greifen.

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