Mädchen aus Angola wird in Arnstadt operiert

Arnstadt  Kinderorthopädie des Marienstifts Arnstadt behandelt in diesem Jahr unentgeltlich die sechsjährige Maria aus Angola.

Maria aus Angola  wird in der Kinderorthopädie des Marienstifts in Arnstadt behandelt, hier im Bild mit Chefärztin Christine Bollmann und Oberarzt Daniel Herz.

Maria aus Angola  wird in der Kinderorthopädie des Marienstifts in Arnstadt behandelt, hier im Bild mit Chefärztin Christine Bollmann und Oberarzt Daniel Herz.

Foto: Ralf Ehrlich

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Maria tobt mit einem großen Ball durch den Therapieraum und rollt ihn lachend zu Physiotherapeutin Katrin Reinhardt. Diese staunt, wie gut die Kleine Deutsch versteht. Als das Mädchen die Produkte im Spielzeug-Laden sortiert, kennt sie nicht nur das Wort Schokolade.

Seit Montag ist Maria Wimbo Candondo Muquevela aus Angola Patientin in der Kinderorthopädie des Marienstifts in Arnstadt. Die Sechjährige mit den vielen lustigen Zöpfchen auf dem Kopf wurde über das Friedensdorf International in Oberhausen 2018 nach Deutschland geholt, um hier die Fehlstellung ihrer Beine zu korrigieren.

Krankheitsbild in Deutschland sehr selten

Das Team um Chefärztin Christine Bollmann hat sich dazu bereiterklärt. Jedes Jahr operiert das Marienstift ein Kind aus Krisen- und Kriegsgebieten unentgeltlich, zahlreichen Mädchen und Jungen wurde auf diese Weise bereits geholfen.

Momentan kann sich Maria trotz der extremen O-Beine flink fortbewegen. Doch das wird ohne Behandlung nicht so bleiben, weiß Christine Bollmann. Die Folgen wären Gehunfähigkeit und starke Schmerzen. Beim so genannten Morbus Blount handelt es sich um eine Wachstumsstörung an der Innenseite des Schienbeins. Maria hat es früh erwischt, sie lebt schon seit Jahren mit dieser Fehlstellung. „Das ist ein Krankheitsbild, das wir in Deutschland extrem selten haben“, erklärt die Chefärztin.

Am heutigen Mittwoch wird sie gemeinsam mit Oberarzt Daniel Herz in einer zweistündigen Operation das rechte Bein begradigen und dazu eine Spezialplatte einsetzen, die eine Firma dankenswerterweise gesponsert hat. Ulrike Seeberger assistiert. Sie ist erst Anfang der Woche aus Afrika zurückgekehrt, wo sie drei Monate in Krankenhäusern Hilfe leistete. Nach der OP wird Marias Bein bis zum Oberschenkel eingegipst, es braucht Zeit zum Heilen. Weil bei ihr eine Wachstumsfuge zerstört ist, können im Laufe der Zeit die O-Beine wieder zunehmen. „Es bleibt eine Herausforderung“, sagt Daniel Herz.

Die kleine Patientin wird die nächste Zeit im Rollstuhl sitzen müssen und in einigen Wochen aus dem Friedensdorf zur Weiterbehandlung erneut nach Arnstadt kommen. Die Ärzte würden gern 2020 auch das linke Bein operieren, damit Maria eines Tages normal laufen kann.

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