Mahnwache in Arnstadt

Arnstadt  Organisatoren der Mahnwache in Arnstadt bedanken sich für die Unterstützung.

Zu einem spontanen Gedenkmarsch brachen am Donnerstagabend die beiden Aktionsbündnisse auf, um an den Stolpersteinen, die es im Stadtgebiet gibt, Kerzen und Blumen niederzulegen und Mahnwachen abzuhalten.

Zu einem spontanen Gedenkmarsch brachen am Donnerstagabend die beiden Aktionsbündnisse auf, um an den Stolpersteinen, die es im Stadtgebiet gibt, Kerzen und Blumen niederzulegen und Mahnwachen abzuhalten.

Foto: Britt Mandler

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Vorsichtig laufen Passanten um die Blumen herum, die vor dem Ried 10 auf dem Pflaster liegen. Neugierig sehen sie nach unten auf die seit Donnerstagabend flackernden Kerzen, die auch gestern noch brennen. „Wir freuen uns, dass die Menschen diesem sichtbaren Zeichen der Erinnerung mit so viel Respekt begegnet sind“, betonte gestern Helga Marz vom Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus Arnstadt.

Nach dem Mordanschlag von Halle hatten sich die Mitglieder relativ kurzfristig entschieden, am Donnerstag auf dem Ried eine Mahnwache abzuhalten vor Häusern, in denen einst jüdische Familien lebten. Stolpersteine erinnern seit einigen Jahren an deren Schicksal.

Blumen und Kerzen brachten die Mitglieder mit. Zeitgleich zum Gedenken war auf dem Ried eine Demonstration des neu gegründeten Aktionsbündnisses „Zaunrüttler“, bestehend aus überwiegend jungen Leuten, angemeldet worden.

Ursprünglich sollte lautstark Missmut gegen die AfD geäußert werden, die in der „Goldenen Sonne“ einen Bürgerabend durchführte. Auf sprichwörtliches Zaunrütteln verzichtete das neue Aktionsbündnis aus Respekt vor den Opfern von Halle am Donnerstagabend aber. Vielmehr schlossen sich die jungen Demonstranten der Mahnwache des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus an. Auch einige Stadtratsmitglieder nahmen teil. „Wir haben uns über diese Unterstützung sehr gefreut“, betonte Helga Marz. Beim Gang durch die Stadt wurden an mehreren Stellen Blumen und Kerzen niedergelegt. Auf dem Markt ergriff Helga Marz das Mikrofon, erinnerte an das Schicksal der Juden, die im Keller des Rathauses zusammengetrieben wurden und erst Tage später entrechtet, gedemütigt, teils gebrochen wieder entlassen wurden.

„Das sind Fakten aus der Geschichte, die kann man nicht wegwischen. Jeder Arnstädter muss wissen, was damals passiert ist und sollte dafür Sorge tragen, dass sich so etwas nie mehr wiederholt“, betont Helga Marz. Es habe lange gedauert, ehe am Rathaus eine Gedenkplakette angebracht wurde. Aber auch mit anderen Aktionen sollte die Erinnerung wachgehalten werden.

Dem Demonstrationszug der beiden so unterschiedlichen Gruppen schlossen sich spontan weitere Passanten an. „Die Betroffenheit über das, was in Halle passiert ist, war bei allen spürbar“, so die Veranstalterin des Aktionsbündnisses. Gerade angesichts der jüngsten Tat sei es wichtig, immer wieder daran zu erinnern, zu welchen Taten Menschen fähig seinen, wenn Hass, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus um sich greifen.

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