Mehrheit im Kreistag für Halt auf der ICE-Strecke bei Wümbach

Ilm-Kreis  Die Parlamentarier des Ilm-Kreises verleihen auf der Sitzung in Arnstadt der Forderung an Land, Bund und Bahn Nachdruck. Zum wird der neuer Kreisbrandinspektor vorgestellt.

Ein ICE der Deutschen Bahn rauscht in diesem Archiv-Bild an Branchewinda vorbei. Nach Willen des Kreistages solle er wenig später in Wümbach bei Ilmenau einen Haltepunkt erhalten.

Ein ICE der Deutschen Bahn rauscht in diesem Archiv-Bild an Branchewinda vorbei. Nach Willen des Kreistages solle er wenig später in Wümbach bei Ilmenau einen Haltepunkt erhalten.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Mit großer Mehrheit forderten die Kreistagsmitglieder Land, Bund und die deutsche Bahn auf, sich „vehement“ für einen Haltepunkt bei Ilmenau-Wümbach an der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt einzusetzen, sollte die - wie vom Land geplant - für den Regionalverkehr genutzt werden.

Eine entsprechende Resolution geht nun an die Drei raus, in der von der regionalen Bedeutung für die Technische Universität Ilmenau und das Erfurter Kreuz und von einer umweltfreundlichen Alternative zum Straßenverkehr und die Rede ist. Enders sprach auch von den massiven Eingriffen in Natur und Umwelt durch den Bau der ICE-Strecke, „dadurch haben wir einen solchen Halt auch verdient“. Es bräuchte einen weiteren Halt in Thüringen außer Erfurt auf eben jener Strecke, so Andreas Bühl (CDU). Und wer wisse, wie die Bahn tickt, der wisse, dass man dafür bei ihr „kräftig anklopfen“ müsse.

Es gab aber auch Bedenken, Lars Oschmann (CDU) bezweifelte den Nutzen eines solchen Haltes für den öffentlichen Personennahverkehr, die Millionen Euro hierfür solle man lieber in die bestehende Bahnstrecke von Ilmenau über Plaue nach Arnstadt stecken.

Seit 40 Jahren war Heiko Heß im Brand- und Katastrophenschutz aktiv, seit der Wende im Landratsamt - damals noch des Altkreises Arnstadt und später dann in dem für den gesamten Ilm-Kreis. Ende Oktober ging er in den Ruhestand, nun hat Sebastian Arnold dort als Kreisbrandinspektor das Sagen.

Gute Nachricht für Gräfenrodaer Athleten

Heß wurde am Mittwoch im Kreistag verabschiedet und Arnold als Amtsleiter begrüßt. Arnold stammt aus Plaue, war bei verschiedenen Berufsfeuerwehren und an der Landesfeuerwehrschule Sachsen-Anhalt für die Ausbildung von Führungskräften verantwortlich.

Eines seiner wichtigsten Projekte in der näheren Zukunft: die Ertüchtigung der Leistelle, deren Mitarbeiter dringend mehr Platz und auch neue Technik brauchen. Landrätin Petra Enders (Linke) hätte sich zwar gern gesehen, wenn „Heiko Heß noch ein paar Jahre dranhängt“, wünschte ihn aber trotzdem für seinen Ruhestand alles Gute, dankte ihm für „seine ausgezeichnete Arbeit“ und freut sich auf die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Sebastian Arnold, für den es die erste Kreistagssitzung als Amtsleiter war.

Gute Nachrichten gibt es für die beiden Sanierungsvorhaben der Schulsporthallen der Gemeinschaftschule in Gräfenroda und der Grundschule in Dörnfeld. Die Gräfenrodaer Halle wird erweitert. Das hat zwei Gründe: Zum einen will man bessere Bedingungen für den Schulsport, zum anderen aber auch solche für die Sektion Gewichtheben des SV 90 Gräfenroda schaffen. Die Gewichtheber könnten leistungsmäßig jederzeit in die 1. Bundesliga aufsteigen, bräuchten aber dafür bessere Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten. An den Kosten von 560.000 Euro beteiligt sich die VG Geratal/Plaue mit 160.000 Euro, Fördermittel in Höhe von etwas über 330.000 Euro sind vom Land zugesagt.

In Dörnfeld ist ein Neubau der Sporthalle nach einer Kostengegenüberstellung zur Sanierung vom Tisch. Ein Neubau würde knapp 800.000 Euro teurer als die Sanierung werden. „Ich habe deshalb jetzt entschieden, die Halle zu sanieren und einen entsprechenden Antrag beim Land gestellt“, so Enders.

Madeleine Henfling (Grüne) fiel bei zwei Wahlen als von der Fraktion Linke/Grüne/SPD vorgeschlagene Stellvertreterin für Helmut Krause (Grüne) im Jugendhilfeausschuss durch. Sie erhielt bei der ersten Wahl nur 16 Ja- bei 24-Nein-Stimmen, bei der Wiederholung dann wieder nur 16 Ja- und 25-Nein-Stimmen. Da sprach Fraktionschef Eckhard Bauerschmidt (Linke) von „fast schon einem Skandal“.

Problemlos verlief hingegen die Wahl der sechs Stellvertreter für die bereits gewählten sechs Mitglieder von freien Trägern im Jugendhilfeausschuss. Sie bekamen die notwendige Mehrheit.

Eingebracht - aber eben noch nicht diskutiert - wurde am Mittwoch auch der Haushalt des Ilm-Kreises für das Jahr 2020. Die Zahl, die wohl am meisten interessiert, ist die von den Städten und Gemeinden zu zahlende Kreisumlage. Sie liegt demnach bei 37,40 Prozent und bleibt damit im Vergleich zum nun zu Ende gehenden Jahr gleich.

Die Kreisumlage sind die Zahlungen, die Städte und Gemeinden an den Kreis entrichten müssen, um dessen Finanzbedarf teilweise zu decken. Grundlage für die Kreisumlage ist die Steuerkraft der Gemeinden sowie deren Schlüsselzuweisungen. Von dieser Umlagegrundlage wird ein bestimmter von-Hundert-Satz als Kreisumlagesatz definiert und ist an den Kreis zu zahlen.

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