Müll aus Erfurt könnte für Ilm-Kreis wichtiges Thema werden

Ilm-Kreis.  Die Kreisverwaltung legt in ihrer Stellungnahme zum Regionalplan Mittelthüringen besonders Wert auf Schiene und Straße.

Auf der Deponie in Rehestädt wird nicht nur Grünabfall entgegengenommen. Die Erfurter gehen davon aus, dass sie ab 2022 hier auch ihren Hausmüll anliefern. Doch dafür fehlt der Platz, sagt die Kreisverwaltung.

Auf der Deponie in Rehestädt wird nicht nur Grünabfall entgegengenommen. Die Erfurter gehen davon aus, dass sie ab 2022 hier auch ihren Hausmüll anliefern. Doch dafür fehlt der Platz, sagt die Kreisverwaltung.

Foto: Christoph Vogel

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Noch bis zum 10. Februar liegt der neue Regionalplan für Mittelthüringen im Landratsamt sowie in den Stadtverwaltungen Ilmenau und Arnstadt für jedermann zugänglich aus. Zur Planungsgemeinschaft Mittelthüringen gehören die Landkreise Ilm-Kreis, Gotha, Sömmerda und Weimarer Land, die kreisfreien Städte Erfurt und Weimar sowie die als Mittelzentrum ausgewiesenen kreisangehörigen Städte Apolda, Arnstadt, Gotha, Ilmenau und Sömmerda.

Die Stellungnahme des Landratsamtes stellte Thomas Scheller, Sachgebietsleiter Kreisplanung, kürzlich im Ausschuss für Bau, Wirtschaft und Verkehr vor. Wichtig sei, so Scheller, dass der Interregio-Halt in Wümbach Aufnahme in den Entwurf fand, ebenso die Fortführung der Strecke über den Rennsteig nach Themar. Aufgenommen werde sollte laut Scheller aber auch die weitere Erschließung der Industriegroßfläche Erfurter Kreuz mit Gleisen.

Ausdrücklich wird von der Verwaltung die Aufnahme der Ortsumfahrungen Jesuborn, Gehren und Pennewitz in den Planentwurf begrüßt. Hohe Priorität haben müsse der Ausbau der regional bedeutsamen Landesstraßenverbindung zwischen der Autobahn 4/Anschlussstelle Neudietendorf und dem Industriegebiet Erfurter Kreuz. Zudem sollte ein Radschnellweg vom Bahnhof Neudietendorf ans Erfurter Kreuz und zum Bahnhof Arnstadt mit aufgenommen werden.

Zudem schlägt die Verwaltung vor, regionale Gesundheitsvorsorgestandorte in den Plan aufzunehmen, erhofft sich davon auch die Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt und Ilmenau zu stärken. Klärungsbedarf gäbe es bei der Deponie Rehestädt, so Scheller weiter. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir unseren Müll nach Erfurt schaffen. Die Erfurter gehen davon aus, dass sie ihn zu uns schaffen“, sagte er. Tatsächlich sieht der Entwurf die bisher geplante Erweiterung der Deponie Erfurt-Schwerborn zu einem Recyclingzentrum in Mittelthüringen nicht mehr vor, geht von einer Schließung dieser Deponie Ende 2021 aus. Der Platz in Rehestädt reiche nicht aus, die Erfurter Abfallmengen aufzunehmen, so Scheller.

„Wir werden unsere Stellungnahme bis zum 10. Februar einreichen“, erklärte Scheller. Er hoffe, dass sich auch die Kommunen äußern, vor allem Arnstadt und das Amt Wachsenburg mit Blick auf die Verkehrssituation am Erfurter Kreuz und Ilmenau mit Blick auf den Haltepunkt Wümbach. Bereits im vergangenen Jahr war der Teilfachplan Wind, der für den Ilm-Kreis keine Vorrangflächen vorsieht, von der Planungsgemeinschaft verabschiedet worden. „Eine richtige Entscheidung“, findet Scheller.

Neu aufgenommen wurden auch Planungsbeschränkungen in der Umgebung von elf Kulturerbestandorten, darunter das Drei-Gleichen-Gebiet sowie Arnstadt mit Liebfrauen- und Oberkirche. Generell betont der Entwurf: Die Region Mittelthüringen oder Teile davon sollen nicht durch Infrastrukturen überlastet werden. Weshalb „verträglich in die Landschaft eingepasste“ Stromleitungen und „sich nicht negativ auf das Landschaftsbild, auf die Lebensräume von Tieren oder auf den Denkmalschutz auswirkende“ Solaranlagen gefordert werden. Neu erwähnt werden im Planentwurf die Geoparkregionen „Inselsberg – Drei Gleichen“ und „Saale-Unstrut-Triasland“ sowie das Wandergebiet „Thüringer Kräutergarten/ Olitätenland“ mit seinem Zentrum Großbreitenbach.

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