Nach Wehren fusionieren auch Bauhöfe am Riechheimer Berg

Riechheimer Berg.  Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg zieht spätestens Ende nächsten Jahres um

Bei größeren Einsätzen – wie hier dem Brand eines Hofes in Ellichleben – arbeiten die 13 Feuerwehren aus dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg bereits seit Jahren eng zusammen.

Bei größeren Einsätzen – wie hier dem Brand eines Hofes in Ellichleben – arbeiten die 13 Feuerwehren aus dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg bereits seit Jahren eng zusammen.

Foto: Sascha Fromm

Aus 13 Wehren wird eine. Das wird Anfang 2021 in der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg Realität. Der Weg dafür frei gemacht wurde am Mittwochabend.

Ehe die Gemeinschaftsversammlung grünes Licht gab, wurden die Änderungsvorschläge diskutiert, die die Kommunalaufsicht anregte, die die notwendigen Verträge und Satzungen zuvor bewertet hatte. Einiges davon übernahmen die politischen Vertreter. Letztlich stimmten sie einstimmig den Zweckvereinbarungen zu, die die Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden abschließen wird. In ihnen ist der Übergang der Wehren in eine andere Trägerschaft geregelt. Auch die künftige Feuerwehrsatzung fand Zustimmung.

Bei den Wehren selbst finden die Pläne ebenso Anklang – schließlich wurden sie in ihren Reihen entwickelt. Jörn Köllmer, der Ortsbrandmeister von Elxleben, vertiefte sich ebenso in die notwendigen Regularien wie sein Riechheimer Amtskollege Stefan Hartung und Kreisbrandmeister André Wagner.

Wichtig war den Wehren, dass keiner der bisherigen 13 Standorte aufgelöst wird. Die Wehren bleiben vor Ort, auch die Wehrführer bleiben im Amt.

Feuerwehrstandorte bleiben unangetastet

Nach der Fusion wird aber ein gemeinsamer Ortsbrandmeister gewählt. Zudem soll es einen Hauptgerätewart, einen Ausbildungsverantwortlichen und einen Verantwortlichen für Jugendfeuerwehren geben. Sie ersetzen entsprechende Positionen vor Ort nicht, sondern sollen den Ehrenamtlern viel bürokratische Last von den Schultern nehmen. Technik wird künftig gemeinsam beschafft. Nicht nur hier erhofft sich die Verwaltung viele Synergieeffekte.

An der Art der Zusammenarbeit der einzelnen Standorte ändert sich indes nichts. Schon jetzt rücken die Wehren bei größeren Einsätzen gemeinsam aus.

Ob der Ortsbrandmeister in einer Präsenzveranstaltung gewählt werden kann, ist derzeit noch unklar. In der neuen Satzung findet sich aber ein Passus, dass auch eine Briefwahl erlaubt ist, wenn etwa aufgrund einer Pandemie größere Versammlungen verboten sind. „Als wir die Satzung erarbeitet haben, war dieses Thema ja schon absehbar“, so Rudolf Neubig, der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft.

Auch Bauhöfe werden fusioniert

Die beschlossenen Zweckvereinbarungen und die Satzung werden nun noch einmal abschließend von der Kommunalaufsicht gewürdigt und müssen zudem noch veröffentlicht werden. Geschieht all dies zeitnah, kann die Feuerwehr-Ehe zum 1. Januar geschlossen werden. Falls nicht, wird sie ein oder zwei Monate später in Kraft treten.

Die Verwaltungsgemeinschaft nimmt sich anschließend das nächste Projekt vor: Auch die Bauhöfe sollen nach dem Vorbild der Feuerwehren fusionieren. All dies ist ein Vorgriff auf die ohnehin geplante Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft in eine Landgemeinde.

Grünes Licht gab die Gemeinschaftsversammlung zudem für den Antrag, der KIV Thüringen GmbH beizutreten. Anteile an der Gesellschaft halten etliche Thüringer Kommunen. Das Unternehmen hat den Zweck, die EDV-Systeme der Mitglieder flottzumachen, damit diese in wenigen Monaten die Forderungen, die im Online-Zugangsgesetz stehen, erfüllen können.

Außerdem wurden die Planungsleistungen für die Renovierung des künftigen Verwaltungssitzes der VG am Flugplatz in Alkersleben in Auftrag gegeben. Ab Januar mietet die Verwaltungsgemeinschaft das Gebäude. Viel Zeit verloren werden darf beim Renovieren, das auch Arbeiten an der Heizung und im Sanitärbereich umfasst, nicht: Schon Ende 2021 muss der Umzug von Kirchheim nach Alkersleben erfolgen, weil dann der Mietvertrag für die bisherigen Räume ausläuft.