Neue Gehege bieten auch größeren Katzengruppen Platz

Großliebringen.  Im Tierheim in Großliebringen wurde in den vergangenen Wochen viel investiert, um steigende Nachfrage zu befriedigen

Sylke Mönch in einem der neuen Katzengehege. Jeweils drei von ihnen lassen sich verbinden, damit Tiergruppen nicht getrennt werden müssen.

Sylke Mönch in einem der neuen Katzengehege. Jeweils drei von ihnen lassen sich verbinden, damit Tiergruppen nicht getrennt werden müssen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Lautes Maunzen schallt durch den Eingangsbereich des Tierheims Großliebringen. „Wir haben Nachwuchs bekommen“, zeigt Tierheimchefin Sylke Mönch auf die Gehege, in denen sich zwei Katzenmütter hingebungsvoll um ihre Welpen kümmern.

In nächster Zeit werden wohl viele Katzenbabys in neue Hände vermittelt werden. „In den letzten Jahren haben wir zunehmend Hinweise auf freilebende Katzen, die Nachwuchs bekommen haben, erhalten“, sagt Mönch. Die Katzenfamilien werden fachmännisch eingefangen und aufgepäppelt. Ziel ist es, die Kleinen in private Hände zu geben. Einige der Muttertiere sind aber so wild, dass die Vermittlung nicht gelingt. Sie werden daher kastriert und wieder an ihren alten Wohnort gebracht. So verhindern die Kommunen, dass sich die Katzen weiter unkontrolliert vermehren.

Neue Funktion für alten Pferdestall

Das Tierheim nimmt aber auch andere Fundtiere auf und ist behilflich, wenn Veterinärämter eingreifen müssen und Tierhaltungen auflösen. Erst 2019 war das der Fall – dutzende Katzen wurden auf mehrere Tierheime verteilt.

„Damals sind wir an eine Kapazitätsgrenze gestoßen“, sagt Sylke Mönch. Das galt auch für die Tierpension „Mon Plaisir“, die sie parallel zum Tierheim betreibt.

Also investierten sie in neue Gehege. Im Außenbereich wurde ein alter Pferdestall zum Katzenhaus mit Auslauf umgebaut. Hier leben überwiegend ältere Samtpfoten.

Direkt im Tierheimgebäude wurden zudem sechs weitere Gehege errichtet. Auch sie sind vor allem für Katzen gedacht. Jeweils drei der Gehege sind miteinander verbunden. Katzen können separat gehalten werden. Müssen größere Tiergruppen, die aneinander gewöhnt sind, untergebracht werden, können aber auch die Zwischentüren geöffnet werden. Die Stubentiger haben zudem die Möglichkeit, in einen Außenbereich zu wechseln und dort in der Sonne zu spielen.

„Uns ist es wichtig, im Notfall jederzeit helfen zu können“, betont S Mönch. Daher sei es auch keine Frage, dass Schritt für Schritt investiert wird und die Kapazitäten erweitert werden, wenn der Bedarf da ist. Wie er sich in diesem Jahr entwickelt, ist noch unklar. In der Pension sind weniger Gäste, weil die Tierhalter ihren Urlaub daheim verbringen. Fundtiere und Notunterbringungen indes gibt es wie in den Jahren zuvor – mit steigender Tendenz.

Zu den Kommentaren