Neue Polleranlage in Arnstädter Zimmerstraße

Arnstadt  Fußgängerzone soll weiter beruhigt werden. Knackpunkt bleibt die Einfahrt aus Richtung Holzmarkt.

Stefan Weinschenk (links) und Silvio Großmann vom Baubetriebshof der Stadt bauen neue Poller in der Zimmerstraße ein Foto: Hans-Peter Stadermann

Stefan Weinschenk (links) und Silvio Großmann vom Baubetriebshof der Stadt bauen neue Poller in der Zimmerstraße ein Foto: Hans-Peter Stadermann

Foto: Hans-Peter Stadermann

Ein ganz normaler Mittwochmorgen am Hopfenbrunnen: Während beim Bäcker Nagel ein paar Leute draußen gemütlich ihren Kaffee trinken, stauen sich die Autos am Hopfenbrunnen – sie kommen aus der Zimmerstraße, vom Holzmarkt oder an der Bachkirche vorbei vom Markt. Schon im Wahlkampf bemerkten fast alle dort für sich werbenden Lokalpolitiker, dass in der Fußgängerzone manchmal mehr Autoverkehr herrscht, als auf so mancher normalen Straße. Und das man dagegen etwas unternehmen müsse. Das Thema ist aber keineswegs neu, seit Jahren wird darüber diskutiert.

Seit ein paar Tagen ist die Zimmerstraße wegen Bauarbeiten gesperrt, dort wird eine neue und intelligente Polleranlage gebaut – die neuen Poller wurden am Mittwoch geliefert und eingesetzt. Die alte Polleranlage wurde vor gut 20 Jahren gebaut – das geschah im Zuge der Sanierung der Fußgängerzone in der Erfurter Straße und der Zimmerstraße. Ursprünglich sollte sie zwischen dem „Haus zum Pelikan“ und dem Brunnen am Eingang der Zimmerstraße aus Richtung Schlossstraße errichtet werden, sie wurde dann aber nach Widersprüchen eines Anwohners in die Mitte der Zimmerstraße versetzt. Schon damals war eine sogenannte intelligente Polleranlage gebaut worden – die fahren laut Plan zu bestimmten Zeiten automatisch hoch oder runter und sind außerdem noch für Anwohner per Chipkarte zu bedienen – ein System, dass sich in vielen französischen Kleinstädten seit Jahrzehnten bewährt hat. Durch die damalige Versetzung – der untere Teil der Zimmerstraße wurde dadurch zum verkehrsberuhigten Bereich, der obere Richtung Hopfenbrunnen zur Fußgängerzone – musste allerdings ein zusätzlicher und feststehender Poller dort integriert werden. Damit war der Effekt natürlich hin. Zwar funktionierte laut Stadtat Christian Hühn (SPD) – selbst Anwohner und Gewerbetreibender in der Zimmerstraße – das System dann in den letzten Jahren halbwegs reibungslos – bis vor etwa zwei Jahren. Ab diesem Zeitpunkt waren dann immer Wartungsarbeiten nötig, seit gut einem Jahr funktionierte die Anlage gar nicht mehr.

Hühn stellte dazu immer wieder Anträge zu diesem Thema im Stadtrat, in der Zimmerstraße gibt es ein Spielwarengeschäft, dass natürlich vieler Kinder anzieht, auch für die Cafés und Gaststätten mit ihren Außensitzplätzen rund um den Hopfenbrunnen war das Befahren und auch das Parken rund um den Hopfenbrunnen in der Fußgängerzone immer wieder problematisch.

Die neue Polleranlage wird sich wieder von 10 bis 18 Uhr hochfahren, Anwohner können sie per Chipkarte bedienen, der Lieferverkehr für die Geschäfte wird bis 10 Uhr möglich sein. Sie kostet alles in allem rund 20.000 Euro, und soll spätestens in der nächsten Woche scharf geschaltet werden. Die Bauarbeiten – ausgeführt von den Mitarbeitern des Baubetriebshofes der Stadt – gestalteten sich laut Ordnungsamtsleiter Norbert Wulf,schwieriger als gedacht – „wegen des dortigen Leitungswirrwarrs“. Trotzdem rechnet er fest mit der Fertigstellung spätestens in ein paar Tagen.

Allerdings bleibt dann immer noch ein Problem – und das sehen Hühn und Wulf gleichermaßen: Die Zufahrten über den Holzmarkt oder dem Markt. Auf dem Markt soll es im Zuge der dort geplanten Baumaßnahmen ebenfalls eine intelligente Pollerlösung geben, zwischen Holzmarkt und Erfurter Straße gestaltet sich das schon schwieriger. Auch weil man ja unbedingt mindestens eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr für die Fußgängerzone braucht. „Aber auch hier muss langfristig gesehen etwas unternommen werden, nur mit Kontrollen, mit Appellen oder mit gutem Zureden kommen wir da erfahrungsgemäß bei den Autofahrern nicht viel weiter“, so Wulf, der aber trotzdem verstärkte Kontrollen seiner Behörde in der Fußgängerzone ankündigt, „so, wie wir das jetzt eigentlich auch schon handhaben.“

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