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Neue Verordnung hinterlässt viele Fragen

Ilm-Kreis.  Fünf weitere Infektionen im Ilm-Kreis. Bisher keine Aussage, ob Kommunalparlamente tagen dürfen.

In den vergangenen Jahren war Halloween immer ein beliebter Gruselspaß für die Arnstädter Kinder. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung vorsichtshalber von der Stadt abgesagt.

In den vergangenen Jahren war Halloween immer ein beliebter Gruselspaß für die Arnstädter Kinder. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung vorsichtshalber von der Stadt abgesagt.

Foto: Ralf Ehrlich

Über viele offene Fragen in Sachen Corona-Pandemie wurde am Donnerstag im Landratsamt und in den Kommunen diskutiert. Ab Montag soll es einen neuen Lockdown geben, der persönliche Kontakte stark einschränken wird. Unter freiem Himmel dürfen maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten aufeinander treffen. Kulturstätten wie Theater oder Kinos müssen schließen, ebenso Restaurants und Cafés. Auch Fitnessstudios und Bäder sind betroffen. Vereinssport soll vorerst nicht mehr durchgeführt werden. „Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.“

Schulen und Kindergärten bleiben indes auf – auch wenn dort mehr Menschen aufeinander treffen, als es die Neuregelung vorsieht. Ob politische Gremien wie Stadträte, Gemeinderäte oder der Kreistag weiterarbeiten dürfen, konnte gestern noch niemand beantworten. „Wir warten auf die aktuelle Verordnung, die aber frühestens am Freitag, eher noch am Wochenende vorliegen wird“, so Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling. Er und auch andere Politiker gehen davon aus, dass die Kommunalparlamente ihre Sitzungen wie geplant, aber unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen durchführen dürfen.

So besorgniserregend wie in Erfurt oder anderen Hotspots ist die Lage im Ilm-Kreis indes noch nicht. Mit Stand vom Donnerstag waren dem Landratsamt 288 bestätigte Fälle einer Coronavirus-Infektion gemeldet worden – binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Infizierten um fünf.

Die 43 aktiven Fälle und deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt weiter unter den Kontaktpersonen und macht Abstriche. 238 der bestätigten Fälle gelten als genesen, sieben sind verstorben. In den Ilm-Kreis-Kliniken werden zwei Verdachtsfälle isoliert behandelt. Auch, wenn sich die Neuinfektionen noch im Rahmen halten: Die strengeren Regeln gelten ab Montag auch im Ilm-Kreis. Damit will die Bundesregierung verhindern, dass die Lage außer Kontrolle gerät.

Um die Infektionsgefahr zu minimieren, entschloss sich Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling gestern zu einem schweren Schritt: Er sagte die Halloweenfeier ab, die am Freitag in der Innenstadt stattfinden sollte. „Viele Kinder und Kindergärten haben sich im Vorfeld sehr auf die Halloween-Nacht gefreut und entsprechend vorbereitet – gerade für die Kleinsten tut es mir natürlich ganz besonders leid. Aus meiner Sicht ist es aber unverantwortlich, jetzt noch ein großes Fest zu feiern“, erklärt Spilling. „Außerdem ist es mir sehr wichtig, den Betrieb in Arnstadts Kindertageseinrichtungen trotz des aktuellen Infektionsgeschehens aufrecht zu erhalten. Mit einer Massenveranstaltung, bei der Kinder und Eltern aus allen Kindertagesstätten zusammenkommen, ist das aus meiner Sicht leider nicht in Einklang zu bringen.“