Ilm-Kreis: Nutztierbestände sollen vor Tierseuchen geschützt werden

Ilm-Kreis  Ilm-Kreis ergreift durch Allgemeinverfügungen präventive Maßnahmen

Mit einer Allgemeinverordnung sollen die Rinder im Ilm-Kreis geschützt werden. (Symbolfoto)

Mit einer Allgemeinverordnung sollen die Rinder im Ilm-Kreis geschützt werden. (Symbolfoto)

Foto: Daniel Volkmann

Gleich zwei Allgemeinverfügungen veröffentlichte in den vergangenen Tagen das Veterinäramt des Ilm-Kreises. Sie richten sich an Halter von Rindern sowie von Geflügel und sollen verhindern, dass in den Beständen Tierseuchen auftreten. „Das wäre insbesondere für größere landwirtschaftliche Betriebe mit massiven wirtschaftlichen Schäden verbunden“, sagt Martin Leffler vom Veterinäramt.

Kleine Zuchten habe die Behörde aber ebenso im Blick, versichert der Amtstierarzt. Er wisse, wie viel Herzblut Züchter in ihren Bestand stecken. Träte hier eine Seuche, etwa die Vogelpest auf, und müsse dadurch eine komplette Haltung gekeult werden, würde die Arbeit vieler Jahre vernichtet. „Die Allgemeinverordnungen, die wir jetzt veröffentlicht haben, sind rein präventiver Natur“, betont der Amtstierarzt.

Zum einen gehe es um den Bovinen Virusdiarrhoe-Virus 1, eine Seuche, die bei Rindern zu schwersten Erkrankungen und meist auch zum Tod führt. „Mitte 2019 trat diese Seuche letztmalig in Thüringen auf“, erklärt Martin Leffler. Der Freistaat Thüringen will sich in den nächsten Wochen bei der Europäischen Union als Region anerkennen lassen, in der diese Rinderseuche ausgemerzt ist. Das setze allerdings voraus, dass Nutztierhalter sich hier keine ungetesteten Rinder aus anderen Regionen in die Ställe stellen, die möglicherweise Virusüberträger sind.

In Thüringen würden Kälber bereits kurz nach der Geburt entsprechend getestet. Das habe sich bewährt, so Leffler. Zukäufe aus anderen Regionen sind freilich auch künftig möglich – sofern die Tests durchgeführt werden, die in der Verordnung aufgeführt sind.

Neben der Rinder-Verordnung trat in dieser Woche auch eine Allgemeinverfügung in Kraft, die Geflügelhalter betrifft. In einigen Regionen des Kreises, etwa im Ilmenauer Teichgebiet, rund um die Wachsenburg und in Rudisleben, muss das Federvieh in nächster Zeit in den Stall.

„Auch das ist eine präventive Maßnahme“, versichert Leffler. Grund ist, dass es an den Küsten vermehrt Funde toter Wildvögel gab, die an der Geflügelpest verendet waren. „Das sind Zugvögel, die sich derzeit wieder auf den Weg machen“, so Leffler. Die Gefahr rücke näher: Erst vor wenigen Tagen musste in Nordhausen ein Halter seine Nutztiere keulen lassen, weil sie sich infiziert hatten. Mit der Aufstallung sollen Ansteckungen im Ilm-Kreis verhindert werden. Sie gilt momentan überall dort, wo Zugvögel Rast machen. Rücke die Gefahr näher, könnte die Aufstallungspflicht auch wieder auf den kompletten Ilm-Kreis ausgedehnt werden. Das war bereits 2016 der Fall.