Oberpörlitz: Pferdesportverein fehlen 50.000 Euro

Oberpörlitz  Nach Starkregen ist der Platz in Oberpörlitz ein Sanierungsfall. Ausschussvorsitzende äußert sich vorsichtig optimistisch, dass die Verwaltung helfen könne.

Beim Fest „40 Jahre Pferd auf dem Reiterhof“ vor sechs Jahren in Oberpörlitz war der Reitplatz noch in Ordnung. Ein Hochwasser vor zwei Jahren zerstörte den Aufbau des Platzes, an dessen Oberfläche immer mehr Steine zu Tage treten.

Beim Fest „40 Jahre Pferd auf dem Reiterhof“ vor sechs Jahren in Oberpörlitz war der Reitplatz noch in Ordnung. Ein Hochwasser vor zwei Jahren zerstörte den Aufbau des Platzes, an dessen Oberfläche immer mehr Steine zu Tage treten.

Foto: Ralf Ehrlich

Um die Zukunft seines Reitplatzes macht sich der Pferdesportverein Oberpörlitz Sorgen. Nach einem Starkregen im Jahr 2016 ist der Untergrund nicht mehr in Ordnung, die Sperrschicht aufgeweicht und die Drainage defekt, so Peggy Hörnlein, Vorsitzende des Vereins. „Wir hatten gedacht, dass die Nachwirkungen des Hochwassers nicht so gravierend sind und es weiter geht. Doch inzwischen kommen immer mehr Steine an die Oberfläche, die eigentlich aus Sand besteht“, ergänzt Reiterhof-Inhaberin Heike Hörnlein.

Ihrer Meinung nach ist der Platz im kommenden Jahr nicht mehr nutzbar. Der Trainingsbetrieb könnte stark eingeschränkt sein. Die Reiterhof-Chefin machte zusammen mit der Vereinsvorsitzenden in der Vorwoche den Kultur- und Sportausschuss der Stadt Ilmenau auf das Problem aufmerksam. Laut einem Kostenvoranschlag soll die Sanierung des Reitplatzes rund 100.000 Euro kosten.

Zehn Prozent könne der Verein als Eigenleistung aufbringen. Ein Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro aus der Sportstättenförderung sind beantragt. „Es bleiben 50.000 Euro offen“, so Peggy Hörnlein. Da der Verein kein eigenes Gelände hat, ist er auf die Kooperation mit dem Reiterhof angewiesen.

In einem Vortrag machte Peggy Hörnlein auf die Bedeutung des 130 Mitglieder starken Vereins für das kulturelle und sportliche Leben in der Stadt aufmerksam. Der Verein fördert die Gesundheit und Lebensfreude durch Sport, den Umgang mit Pferden und die Gemeinschaft, so die Vorsitzende weiter.

Es gebe Feste und gemeinsame Ausritte, neben dem Breitensport habe sich der Leistungssport sehr gut entwickelt. So stellte der Verein bereits zwei Teilnehmer einer Weltmeisterschaft der Jungzüchter und ist Ausrichter der Kreisjugendspiele. Für alle Altersgruppen werde regelmäßiges Training angeboten, viele Lehrgängen würden über das Jahr verteilt stattfinden. Bei Festumzügen oder beim Faschingsumzug seien die Vereinsmitglieder mit ihren Pferden oft dabei.

Ob es eine Möglichkeit sei, durch Anheben der Mitgliedsbeiträge den Eigenanteil zu erhöhen, fragte AfD-Stadtrat Hans-Joachim Fiedler. Darauf antwortete Heike Hörnlein, dass die Beiträge bewusst niedrig gehalten werden, da jeder Reiter auch noch die Kosten für die Tierhaltung übernehme.

Verein will zehn Prozent Eigenleistung einbringen

Vorsichtig optimistisch zeigte sich Tina Wittrich (Bürgerbündnis/Grüne), dass die Verwaltung den Verein unterstützen könnte. Konkrete Zusagen oder Ideen wurden in der Ausschusssitzung aber nicht geäußert. Vielmehr stimmten die Mitglieder im weiteren Verlauf einstimmig für die städtische Sportförderung. Grundlage für die Zuschüsse für die Vereine ist neben der Mitgliederzahl im Kinder- und Jugendbereich auch die Zahl der Übungsleiter.

Bei der Bestandserhebung orientiere sich die Stadt an den Zahlen des Kreissportbundes, so Bernd Bochert vom Sport- und Betriebsamt. Auf Antrag werden auch Sportgeräte bezuschusst sowie die Teilnahme an Meisterschaften und Veranstaltungen. Insgesamt stehen 40.000 Euro zur Verfügung. Davon bekam der Reitsportverein rund 950 Euro.

Mit fast 5.000 Euro den höchsten Anteil bekommt der Rodelclub Ilmenau, was auch damit zusammenhängt, dass die Stadt eine hauptamtliche Trainerstelle zum Teil mitfinanziert. Den geringsten Zuschuss erhält mit 4,50 Euro der Schachverein Stützerbach. Einige Vereine verzichten sogar auf einen Förderantrag und bekommen damit auch keinen städtischen Zuschuss. Dazu gehören beispielsweise der Sportfischerverein, der Anglerverein, die Frauensportgemeinschaft oder der Gymnastikverein Stützerbach.

„Die Gesamtsumme der Sportförderung ist immer gleich, wir diskutieren nur, wie es aufgeteilt wird“, sagte Bürgermeisterin Beate Misch (CDU). Dass von keinem Verein ein Antrag auf Zuschuss für langlebige Sportgeräte gestellt wurde, erklärt sich Bernd Bochert so: „Die Ilmenauer Sportanlagen sind seitens der Stadt komplett ausgestattet.“

Zu den Kommentaren