Nach Unwetter im Mai: Millionenschaden in Plaue

Plaue  Bittere Bilanz: Bei einem Unwetter im Mai sind in Plaue zwei Millionen Euro Schaden entstanden. Die Stadt im Ilm-Kreis hofft nun auf Hilfe vom Land Thüringen.

Vom Unwetter am 19. Mai war Kleinbreitenbach ganz besonders betroffen. Teilweise wurde eine 30 Zentimeter dicke Schotterschicht auf die Straßen gespült. Foto: Feuerwehr Arnstadt

Foto: Feuerwehr Arnstadt

Erst wenige Wochen ist es her, dass Bürgermeister Jörg Thamm (CDU) eine Stadtratssitzung mit einer Dankesrede eröffnete. Damals würdigte er das tagelange Engagement zahlreicher Feuerwehren, die den Brand in den Reinsbergen bekämpft hatten.

„Ich hätte nicht geglaubt, dass ich diese Rede so schnell wiederholen muss“, sagte er am Dienstagabend. Anlass diesmal: Das Unwetter vom 19. Mai, das die Wehren vier Tage lang in Atem hielt. Bis zu 100 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter ging am Sonntag nieder. Besonders betroffen war Kleinbreitenbach. 30 Zentimeter hoch lag angespülter Schotter auf der Straße. Die Buswendeschleife wurde beschädigt, Keller liefen voll. In Plaue stand der Bahnhof unter Wasser, betroffen waren auch der Post- und Schützenplatz. In Rippersroda mussten Keller ausgepumpt werden, in Neusiß wurde der beliebte Pferdetag abgebrochen.

Aus eigener Kraft hätte die Wehr aus Plaue die Vielzahl an Einsätzen nicht meistern können, so Thamm. Wehren aus der näheren Umgebung halfen ebenso engagiert wie die Baufirma, die die Bahnhofstraße saniert. Noch am Sonntag rückten Mitarbeiter an, um zu helfen, Gräben und Durchlässe wieder freizubekommen.

Der Schaden, der allein der Stadt entstand, wird auf über zwei Millionen Euro geschätzt. „Wir haben das Landesverwaltungsamt gebeten zu prüfen, ob uns der Freistaat unterstützen kann“, so Thamm. Denn versichert sind die Schäden nicht.

Beim Waldbrand einige Wochen zuvor waren zehn Hektar in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf vier Hektar sollen umsturzgefährdete Bäume entnommen werden. Mit Glück, so Thamm, käme die Stadt mit einer Null aus diesem Auftrag heraus. Auf lange Sicht entstehen der Stadt aber 250.000 Euro Schaden durch entgangene Holzernte-Einnahmen.

Stadt und Kreis planen derzeit eine Dankeschön-Veranstaltung für die rund 600 Helfer bei beiden Einsätzen. Sie soll voraussichtlich am 6. September in Plaue stattfinden.

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