Polizeichef bericht vor Ilmenauer Stadtrat über Sicherheitslage

Ilmenau  Geduld, Kräfte und Motivation: Der Polizeichef Jörg Bürger gibt vor dem Ilmenauer Stadtrat einen Bericht zur Sicherheitslage ab. Es gibt vermehrt Einbrüche sowie Diebstähle auf Baustellen.

Norman Stanelle (l.) und Jörg Bürger von der Polizeiinspektion im Ratssaal.

Norman Stanelle (l.) und Jörg Bürger von der Polizeiinspektion im Ratssaal.

Foto: Andrè Heß

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Der vor einem Jahr Leiter der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau gewordene Polizeioberrat Jörg Bürger hat am Donnerstag seine Premiere im Ilmenauer Stadtrat gehabt. Er war auch schon im Arnstädter Stadtrat, weil man ihn dort um die Kriminalitätsstatistik gebeten habe, sagte er. Für Ilmenau habe er aber heute keine Zahlen dabei.

Er sollte über die Sicherheitslage in Ilmenau berichten und erwähnte sogleich, dass zu seinem Schutzbereich auch Arnstadt gehöre und dort die Probleme noch größer seien.

Seit September hatte man es dort mit vermehrten Aufbrüchen von Autos und Einbrüchen in Keller zu tun. Wochen später habe man die Täter dingfest machen können.

Dann hatte man auf Ruhe gehofft, sagt er, aber dann ging es in Ilmenau los. Kellereinbrüche, Raddiebstahl, das habe sich zu Einbrüchen auf Baustellen und Diebstahl von Maschinen, Werkzeugen und Fahrzeugen ausgeweitet.

"Den notwendigen Erfolg zu verkaufen, fällt mir heute noch schwer", sagte der Polizeichef. Es handele sich mehr um Puzzleteile. Aber: "Der Gürtel wird sich immer enger schnallen." Man habe eine Arbeitsgruppe gebildet, um die Täter in Haft zu bekommen und in Haft zu halten. Was jedoch nicht immer gelingt.

Radlader gestohlen, um Zigarettenautomaten aus Erdreich zu heben

Er berichtete von einem Erfolg seiner Mannschaft in Arnstadt, als man 22 Intensivstraftäter erwischt habe, allerdings seien 80 Prozent von ihnen inzwischen wieder auf der Straße. Das Gericht habe ihnen "eine sehr gute Sozialprognose" bescheinigt.

Bei den Diebstählen auf Baustellen handele es sich um Beschaffungskriminalität. Beispielsweise sei ein Radlader deswegen gestohlen worden, um einen Zigarettenautomaten aus dem Erdreich zu heben. Das Fahrzeug finde man dann im Wald abgebrannt wieder, damit die Täter keine Spuren hinterlassen. Man habe es mit polizeierfahrenen Tätern zu tun, sagte Bürger.

Am besten wäre es, man würde einen bei einer Fahrzeugkontrolle mit Diebesgut erwischen und der würde "singen". Zuletzt habe man ein flüchtendes Fahrzeug verfolgt, dabei sei auch noch der Polizeiwagen gerammt worden, aber man hatte einen Treffer gelandet. Das alles erfordere Geduld, erhöhten Kräfteeinsatz und Motivation der Kollegen. Aber die sei sehr hoch, weil es jeden störe, dass die Kriminellen mit der Polizei Katz und Maus spielen wollen.

Ilmenau ist nachts ein sicherer Ort

Im Straßenverkehr spiele bei Verkehrsunfällen immer mehr das Fahren unter Drogeneinfluss eine Rolle, selbst 70-Jährige würden zu den synthetischen Drogen greifen. Das sei eine traurige Entwicklung, aber offensichtlich eine gesellschaftsbedingte.

Inzwischen gäbe es Sicherheitsberatungen mit der Ilmenauer Stadtspitze. Zu vereinbarten gemeinsamen Streifen der Polizei mit dem Ordnungsamt der Stadt sei es aber noch nicht gekommen. Da müsse die städtische Verwaltung erst ihr Personal in diesem Bereich aufstocken, sagte Bürger. Ilmenau sei aber nachts ein sicherer Ort.

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