Quarzschmelze Ilmenau erlebt 2018 erfolgreichstes Jahr

Langewiesen  Umsatz bei rund 100 Millionen Euro. 600 Mitarbeiter in der QSIL-Gruppe. Aktuell werden Zeitkonten abgebaut. Ein Grundstück für eine Erweiterung wurde vor kurzem übernommen.

Patrick Haase (Vordergrund) und Michael Oberthür stehen an einer Quarzglasröhre beim Unternehmen QSIL mit Hauptsitz in Langewiesen. Der Vorstand rechnet bald wieder mit steigenden Aufträgen aus der Halbleiterindustrie.

Patrick Haase (Vordergrund) und Michael Oberthür stehen an einer Quarzglasröhre beim Unternehmen QSIL mit Hauptsitz in Langewiesen. Der Vorstand rechnet bald wieder mit steigenden Aufträgen aus der Halbleiterindustrie.

Foto: Susann Nürnberger

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Die Quarzschmelze Ilmenau (QSIL) AG mit Hauptsitz in Langewiesen hat 2018 das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Geschichte abgeschlossen. Der Umsatz lag bei rund 100 Millionen Euro, 600 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen an seinen mittlerweile drei Standorten – ein vierter ist im Gespräch. Eine solche Entwicklung hätte Vorstand Michael Keitz noch vor einigen Jahren nicht vorherzusagen gewagt. 2009 lag die Zahl der Beschäftigten bei 130 und der Umsatz bei 12 Millionen Euro.

Dass es sich 2018 aber um ein Ausnahmejahr handelte, ist dem Unternehmensleiter bewusst. „Das haben wir auch unseren Mitarbeitern zu verdanken, die rund um die Uhr Vollgas gegeben haben", sagt Keitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Inzwischen ist bei QSIL eine „kleine Ruhepause“ eingetreten, wie der Vorstand erklärt. Reagiert werde darauf im Unternehmen mit dem Abbau von Zeitkonten und auch Kurzarbeit.

Datenwachstum sorgt für Speicherbedarf

Dass dieser Zustand lange anhält, daran glaubt Michael Keitz nicht. Das Thema künstliche Intelligenz gewinnt seiner Einschätzung nach immer mehr an Bedeutung – entsprechend viel Speicherkapazität werde künftig gefragt sein. „Das Datenwachstum steigt expotenziell und wird sich zwischen 2017 und 2020 verdreifachen“, stellt er fest. Mehr Nutzer generieren weltweit auf mehr Geräten mehr Daten – verstärkt durch neue Anwendungen.

Die Halbleiterindustrie ist für QSIL am Standort Ilmenau – Langewiesen der Schwerpunkt. Zwei Drittel des Umsatzes werden mit der Lieferung von Hochleistungswerkstoffen wie Quarzglas für die Branche gemacht. Wenn der Markt wieder anzieht, ist das Unternehmen auch platzmäßig darauf vorbereitet: Erst vor wenigen Wochen übernahm QSIL das benachbarte Produktionsgebäude der Glaskeil-Gruppe in Langewiesen für eine perspektivische Erweiterung.

Mit der Übernahme eines Werks bei Triptis und der Neufirmierung als QSIL Ceramics GmbH hat der Spezialwerkstoffhersteller sein Portfolio erweitert. Vor allem in Röntgenröhren kommt die Technische Keramik zur Anwendungen, die bei hohen Spannungen und Temperaturen bis zu 1.600 Grad standhält. Wie auch im Bereich Quarzglas sei es das Anliegen des Unternehmens „mit unserer Werkstoffkompetenz neue Innovationen möglich zu machen“, sagt Michael Keitz. Verschleiß- und Formbeständigkeit sind Markenzeichen der Keramik. Damit könne man Kunden bei der Einführung neuer Prozesse Lösungen aus einem noch breiteren Spektrum anbieten.

Kerngeschäft bleibt bei QSIL aber Quarzglas. Aus Sicht von Michael Keitz beherrschen nur wenige Unternehmen die Kunst der Herstellung. „Es ist ein gesunder Wettbewerb, der langfristige Planungen und Investitionen zulässt“, sagt er. Jeder Anbieter hat sein eigenes Knowhow und seine eigene Rezeptur. Der Markt sei speziell „und manchmal auch etwas divenhaft“, lautet die Einschätzung des QSIL-Chefs. Aber Kunden, die einmal von der Qualität und Spezifik überzeugt sind, erweisen sich auch als treue Abnehmer, weiß Keitz aus Erfahrung.

Eingesetzt wird Quarzglas aus Langewiesen auch dort, wo der Werkstoff in Kombination mit Licht gefragt ist. UV-Desinfektionen sind gefragt, wenn es um die Reinigung des Ballastwassers von Containerschiffen geht, die europäische Häfen anlaufen. Auch für solche Anwendungen liefert QSIL das Rohmaterial.

Im Bereich der Halbleiterindustrie rechnet Michael Keitz bald wieder mit steigenden Auftragseingängen. Mit dem Ausbau der künstlichen Intelligenz „steht die nächste Revolution an“, ist der Vorstand überzeugt.

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