Schnelles Internet lässt im Ilm-Kreis auf sich warten

Ilm-Kreis  Spatenstich für Netzausbau erfolgt frühestens im Sommer 2020.

Schnelles Internet setzt neue Kabel voraus. Ab 2020 sollen diese verlegt werden.

Schnelles Internet setzt neue Kabel voraus. Ab 2020 sollen diese verlegt werden.

Foto: Martin Lücke

Im Internet shoppen oder gar einen Film ansehen, in so mancher Ecke des Ilm-Kreises wird das zum Geduldsspiel oder geht gleich gar nicht. Es fehlt an schnellem Internet. Noch mindestens ein Jahr Geduld werden die Bewohner dieser „Weißen Flecken“ aufbringen müssen. „Frühestens im August/September 2020 werden wir den ersten Spatenstich machen können“, sagte Mike Rollnik, Breitbandkoordinator im Landratsamt, kürzlich im Ausschuss für Bau, Wirtschaft und Verkehr des Kreistages.

Im August hatte der Kreis den Teilnehmerwettbewerb durch eine europaweite Bekanntmachung gestartet. Sechs Bewerber gab es, die aktuell durch juristische und technische Berater geprüft werden. Bis Jahresende können die Unternehmen ihre konkreten Angebote abgeben. Dem folgen weitere Prüfungs- und Antragsverfahren. Mit der endgültigen Vergabe rechnet Rollnik nicht vor Juli 2020.

Bereits 2016 hatten Bund und Land eine Initiative zum Breitbandausbau gestartet. Gefördert werden sollte die Erschließung jener Bereiche, in denen nicht mehr als 30 Mbit pro Sekunde erzielt werden und in denen die Telekommunikationsunternehmen bis 2019 auch nicht aktiv werden wollten. Im Ilm-Kreis gelten rund 2,5 Prozent der Haushalte als solche weißen Flecken. Auch Gewerbegebiete und Schulen sind betroffen. Letztere sollen mit mindestes 1 Gbit/sec erschlossen werden, die Gewerbegebiete mit 500 Mbit. „Aber real werden da auch mehr anliegen“, sagte Rollnik. In den drei Jahren habe sich die Technik weiterentwickelt. So plane man jetzt nur noch eine Erschließung über Glasfaserkabel. Wie viele Kilometer es im Endeffekt sein werden, hänge auch davon ab, welche Unternehmen den Zuschlag erhielten und wo diese bereits Verteilerstellen hätten.

Der Bund übernimmt 50 Prozent der Erschließungskosten, das Land 40. Zehn Prozent müssen die Kommunen als Eigenanteil bringen. Bei finanzschwachen Kommunen werden auch diese vom Freistaat getragen. Bei den Schulen übernimmt der Kreis die Kosten. „Wahrscheinlich werden wir mit den Schulen anfangen“, sagte Mike Rollnik.

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