„Sicherheitsgefühl stärken“: Sicherheitsdienst für Arnstädter Schlossgarten

Arnstadt.  Kreisstadt beauftragt Firma, die Polizei und Ordnungsamt unterstützen.

Vandalismus im Arnstädter Schlossgarten: Erst kürzlich ist das neue Kassenhäuschen des Theaters binnen 24 Stunden zerstört worden. 

Vandalismus im Arnstädter Schlossgarten: Erst kürzlich ist das neue Kassenhäuschen des Theaters binnen 24 Stunden zerstört worden. 

Foto: Reinhard Köhler

Der Arnstädter Schlossgarten gleicht einem zweischneidigen Schwert. Er lädt auf der einen Seite zum Flanieren und Spazierengehen ein, auf der anderen Seite werden immer wieder kriminelle Handlungen festgestellt. Doch die Kreisstadt reagiert nun gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitsdienst.

Bei der Stadtratssitzung stellt Polizeichef Jörg Bürger die Statistik des vergangenen Jahres vor. Daraus geht hervor, dass der Schlosspark kein krimineller Schwerpunkt ist. Es werden dort zwar Drogendelikte und Sachbeschädigungen festgestellt, allerdings sei es kein Brennpunkt und schon gar kein Drogenumschlagplatz. Das wiederum ist aber das Empfinden vieler Arnstädter. Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) spricht sogar davon, dass das „subjektives Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt“ sei.

In diesem Jahr 27 gemeinsame Rundgänge von Polizei und Ordnungsamt

Seit Anfang dieses Jahres arbeiten deshalb Polizei und Ordnungsamt eng zusammen. Bisher habe es 27 gemeinsame Rundgänge, unter anderem im Schlossgarten, gegeben. Eine Kooperation, die sowohl Polizeichef als auch Bürgermeister loben und beibehalten wollen. Die Streifengänge erfolgten in den Abend- und Nachtstunden. In dem Zusammenhang bittet die Polizei die Bürger, Auffälligkeiten zu melden und sachdienliche Hinweise zu geben.

Doch trotz Streifen im Schlossgarten kehre noch kein richtiges Sicherheitsgefühl bei den Bürgern ein, so Spilling. Dabei betont Jörg Bürger, dass es keinen Grund geben, nachts Angst haben zu müssen, weil der Ilm-Kreis aus polizeilicher und statistischer Sicht sicher sei. Frank Spilling nimmt sich der Bedenken der Arnstädter an, sodass nun zusätzlich noch ein privater Sicherheitsdienst im Auftrag der Stadt unterwegs sein wird. „Das ist eine zusätzliche Maßnahme.“ Dabei betont das Stadtoberhaupt, dass es um eine Ordnungs- und Sicherheitspartnerschaft der Stadt Arnstadt mit der Landespolizeiinspektion Gotha sei und sich um eine „rein präventive Bestreifung“ handle. „Es ist keine Übertragung hoheitlicher Befugnisse.“

Das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken

Ziel dieser Maßnahme sei, die Polizei und das Ordnungsamt zu unterstützen, so Spilling. Besonders zur Prävention, aber auch zur Präsenz in den Abend- und Nachstunden. Dadurch erhofft sich der Stadtchef das „frühzeitige Erkennen von gefährlichen und gefährdeten Orten.“ Zudem soll sich die Sicherheitslage durch den „verstärkten Austausch von Informationen“ zwischen Stadt und Polizei verbessern.

Begonnen wird mit der Maßnahme in der Nacht von Samstag, 17. Oktober, zum Sonntag, 18. Oktober, von 22 Uhr bis 4 Uhr. Die Schwerpunkte sind Schlossgarten und Marlittstraße/Kohlgasse. „Nach einer Modellphase von einem Monat erfolgt eine Auswertung mit der Polizei“, sagt Spilling. Anschließend werden die „zeitlichen und örtlichen Parameter“ gegebenenfalls modifiziert.

Der Polizeichef weist auch noch einmal daraufhin, dass mit der Beauftragung des Sicherheitsdienstes seitens der Stadt nicht die Streife der Polizei ersetzt werde. „Das ist nur eine weitere Maßnahme für das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger“, sagt Frank Spilling.