Spezialist für Schilddrüsenerkrankungen wechselte von Erfurt nach Arnstadt

Arnstadt (Ilm-Kreis). Steffen Minner ist Leitender Oberarzt an der Klinik für Chirurgie der Ilm-Kreis-Kliniken und schätzt kurze Wege zwischen den Fachrichtungen.

Steffen Minner ist seit einem halben Jahr leitender Oberarzt der Klinik für Chirurgie der Ilm-Kreis-Kliniken am Standort Arnstadt. Das Auswerten von Bildern aus dem Computertomographen gehört zum Tagesgeschäft. Foto: Christoph Vogel

Steffen Minner ist seit einem halben Jahr leitender Oberarzt der Klinik für Chirurgie der Ilm-Kreis-Kliniken am Standort Arnstadt. Das Auswerten von Bildern aus dem Computertomographen gehört zum Tagesgeschäft. Foto: Christoph Vogel

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Vor knapp einem halben Jahr wechselte der Mediziner Steffen Minner vom Helios-Klinikum in Erfurt an die Ilm-Kreis-Kliniken. Oberarzt Doktor Bernd May hat seine Stelle als Leitender Oberarzt aufgegeben und wird in Kürze in den wohlverdienten Ruhestand gehen, so dass die Position des Chefarztvertreters der Klinik für Chirurgie am Standort Arnstadt neu zu besetzen war.

Für den jungen Nachfolger ist die Probezeit inzwischen fast vorbei. Er hat den Wechsel in die Nachbarstadt bisher nicht bereut, wie er versichert. Es sei schon eine Umstellung von einem Krankenhaus der Maximalversorgung in eines, das die Grund- und Regelversorgung sicherstellt, räumt er ein.

Aber die Zusammenarbeit sei gut, die Technik im Haus moderner Standard. „Außerdem werden die Arbeitszeiten eingehalten. Das ist familienfreundlich“, nennt der 40-Jährige einen für ihn wichtigen Pluspunkt und verrät später im Gespräch, dass er gerade seine Hochzeit plant.

Als großes Plus empfindet er ebenso die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Gastroenterologen, also den Kollegen, die sich mit den Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten beschäftigen. Sie betreiben gemeinsam eine Station in der Klinik. „Die Wege zwischen den Fachrichtungen werden sehr kurz gehalten“, betont der neue Oberarzt. Die Zusammenarbeit soll im Interesse der Patienten in Zukunft noch erweitert werden. Die Ilm-Kreis-Kliniken wollen ein anerkanntes Bauchzentrum werden.

Minner selbst ist Viszeralchirurg, operiert also Erkrankungen im Bauchraum und in den Eingeweiden. Angefangen von kleinen Eingriffen wie Leistenbrüchen über Blinddarmentfernungen bis hin zur komplexen Tumorchirurgie, beispielsweise am Dickdarm oder am Magen.

Speziell die Schilddrüse ist sein Lieblingsgebiet, mit dem er sich intensiv beschäftigt. „Diese Operationen erfordern einen hohen Aufwand, dauern lange. Aber es ist feine Chirurgie“, erklärt er. Schilddrüsenprobleme würden sich häufig durch eine Vergrößerung oder einen knotigen Umbau bemerkbar machen, Funktionsstörungen durch eine Blutuntersuchung einfach feststellen lassen.

Wobei die großen Kröpfe abgenommen haben, da Deutschland kein Jodmangelgebiet mehr ist. Vorbeugen lässt sich unter anderem mit jodiertem Salz und dem Genuss von Seefisch, empfiehlt der Oberarzt.

Ursprünglich wollte Minner, der in Bleicherode geboren wurde und in der Nähe in Lipprechterode aufwuchs, Unfallchirurg werden. Mit seinem Berufswunsch Arzt war er sich schon seit der achten Klasse in der Schule sicher, dementsprechend geradlinig sein Weg.

Nach dem Abitur folgte der Zivildienst im Krankenhaus, dann das Medizin-Studium in Göttingen.

Das praktische Jahr absolvierte er im Helios-Klinikum in Erfurt, wo er sich später auf die Bauchchirurgie spezialisierte. „Ich kann nichts anderes“, bemerkt er mit einem Schmunzeln und stapelt ganz sicher etwas tief. Er bringt zwölf Jahre Berufserfahrung mit, weiß, wie das ist, konzentriert stundenlang am OP-Tisch zu stehen. „Wobei man die Zeit gar nicht merkt“, sagt der Erfurter.

Er operiert fast täglich, es sind vor allem geplante Eingriffe, nicht selten kommen aber auch Notfälle dazu . Was ihn antreibt, bei allen Rückschlägen, die jeder Arzt kennt, das ist „das Glücksgefühl, Patienten zu entlassen, denen es wieder besser geht“.

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