Elgersburg: Tonnenschwerer Zeitzeuge in Bewegung

Elgersburg  Neue Attraktion in Elgersburger Massemühle. Helmut Heinz setzt eine restaurierte Dampfmaschine von 1903 in Betrieb

Helmut Heinz steht mit Zylinder bei der Inbetriebnahme über dem Kessel der Dampfmaschine. Er ist Geldgeber und Initiator der Restaurierung.

Helmut Heinz steht mit Zylinder bei der Inbetriebnahme über dem Kessel der Dampfmaschine. Er ist Geldgeber und Initiator der Restaurierung.

Foto: Andreas Heckel

Unter großem Publikumsinteresse gab Helmut Heinz am Samstag in der Massemühle Elgersburg das Signal für den Start der Dampfmaschine. Seinem finanziellen Engagement und dem Fachwissen von Dampflockschlosser Wolfgang Römer und seinen Helfern ist es zu verdanken, dass das Ungetüm aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist.

Seit 1988 steht die Maschine bereits in einem Nebengebäude der Massemühle. Produktiv im Einsatz war der Dampfantrieb dort nie. Die Elgersburger hatten unter dem Dach des Kulturbundes der DDR versucht, ausrangierte Dampfmaschinen als technische Denkmäler zu erhalten. Und so fand die Nassdampflokomotive, im Jahr 1903 von der Firma Heinrich Lanz Maschinenfabrik Mannheim gebaut, ihren Weg von Lichte in die Massemühle. Unter Dampf würde die Maschine aus einem Zylinder 75 PS Leistung erzeugen. Es qualmte auch kräftig aus dem Feuerloch und dem Schornstein. Doch die Hitze macht keinen Dampf.

Helmut Heinz erklärte dazu: Die Maschine dreht wieder. Sie unter Dampf zu betreiben, hätte noch viel mehr Aufwand bedeutet. Zwei kundige Maschinenführer wären für einen regelmäßigen Betrieb nötig gewesen und jährliche Tüv-Überprüfungen. Und so wird die Maschine über einen elektrischen Getriebemotor in Bewegung versetzt. Der Zuschauer kann auch so sehr schön die Funktionsweise des historischen Antriebes für sich entdecken.

Bürgermeister Mario Augner (CDU) freut sich über die neue Attraktion. An die Arbeitsgemeinschaft Massemühle gerichtet sagte er: „Zum Technischen Denkmal Massemühle gehört auch diese Dampfmaschine. Ich bitte die Mitglieder des Vereines noch einmal genau zu prüfen, ob die Einbeziehung der Dampfmaschine in die Führungen durch die Mühle nicht doch möglich wäre.“

Vom Verein war zur feierlichen Übergabe der Maschine niemand erschienen. Viele Touristen waren erstaunt, dass das Museum zu einem so feierlichen Anlass verschlossen blieb.

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