TU Ilmenau testet antivirale Wirkung von Material für Schutzmasken

Ilmenau.  Kostenloses Angebot für Thüringer Unternehmen, die Schutzmasken herstellen wollen. Jedoch keine Vergabe von Zertifizierungen.

Symbolbild

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Foto: Armin Weigel / dpa

Wieviel Schutz bieten Masken, die von beispielsweise Textilunternehmen hergestellt wurden? Die Technische Universität (TU) in Ilmenau will nun ihr Fachwissen nutzen, um für ebenjene Unternehmen Materialien vor ihrer Verarbeitung zu Schutzmasken auf deren antivirale Wirkung zu testen. Jedoch, darauf weisen die Wissenschaftler ausdrücklich hin, zertifizieren sie keine Schutzmasken. DAS machen nur zwei Institute in Deutschland. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Wir verfügen im Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien der TU Ilmenau über geeignete Labore, um diese Materialtests durchzuführen“, sagt Andreas Schober, Leiter des Fachgebiets Nanobiosystemtechnik der TU. Sein Team aus Biotechnologen, Ingenieuren, Physikern und einem Virologen baute die Tage einen Teststand auf, um eruieren zu können, wie gut bestimmte Materialien vor Coronaviren schützen können.

Der Test sieht dann so aus: Mit Viren infizierte Bakterien, ungefährlich für den Menschen, sogenannte Bakteriophagen, werden auf das Testmaterial gebracht. „Die Partikel haben ungefähr den gleichen Durchmesser wie die Coronaviren, die in der Regel 150 Nanometer groß sind“, erläutert Professor Schober. „Im Testversuch lässt sich an einer Veränderung der Bakterienkolonien schnell erkennen, ob das Material die Viren durchlässt und ein Virenbefall vorliegt.“

Das Angebot ist kostenfrei für Thüringer Unternehmen. Damit wolle die Uni einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten.

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