Weltenklänge beim Konzert von „Sonus Mundi“ in Elgersburg

Elgersburg  Verein „Meridian“ trotzt mit musikalischem Sommerfest zum Jubiläum der Waldbrandgefahr und spontanen Wetterwidrigkeiten

Ein selbstgebautes „Stahlchello" spielt der Dresdener Musiker Jan Heinke.

Foto: Karl-Heinz Veit

20 Jahre gibt es den Verein „Meridian“ in Elgersburg zwar erst im Spätherbst dieses Jahres. Doch das hielt dessen Mitglieder und Freunde nicht davon ab, ihr Sommerfest am Samstag diesem Jubiläum zu widmen. Schön hatten es sich die Frauen und Männer um den Vereinsvorsitzenden Detlef Losensky und dem „Vereinsaktivposten“ Werner Müller, plus Partnerin, ausgedacht: Das herrlich gelegene Steigertal am Tretbecken sollte Samstagabend zum Klangkosmos werden.

Der Verweis auf die Waldbrandgefahr und den Funkenflug vom Bratwurstrost ließ die Organisatoren auf den Dorfplatz bei der „Dicken Nixe“ ausweichen. Doch auch da war nix mit Klang, Sang und Fest feiern zu machen. Lang ersehnter und auch willkommener Regen hätte dem aufwändigen Klanginstallationsinstrumentarium unter freiem Himmel nicht gut getan. Außerdem wären die Besucher mit dem Festhalten von Regenschirm, Bratwurst und Bierflasche und dem Beifall für die Klangkünstler überfordert gewesen. Großzügig zeigte sich die Gemeinde – deshalb erfuhr der stellvertretende Bürgermeister Stefan Wespa auch großen Dank – und stellte die Turnhalle zur Verfügung.

Den Weg dorthin fanden nach Einweisung immerhin gut 40 Gäste, die sich ein einmaliges und sehr besonderes Klangerlebnis gönnen wollten.

Die Rede von Detlef Losensky war kurz und die Neugier groß, allein beim Anblick der großen Gong-Teller und eines seltsam ausschauenden Instrumentes in der Saalmitte und erst recht in froher Erwartung seltener Klänge. Volker Lauckner, der Gongschläger, ist kein tibetischer Mönch und seine riesigen Gongteller stammen aus deutscher Handwerksfabrikation von der Ostseeküste und werden in der „Akademie der heilenden Künste“ auch als Instrumente für Heilzwecke genutzt. Jeder Gong und dessen Schwingungen haben eine Zuordnung, erklärt Lauckner, bevor er mit gar nicht heftigen Anschlägen hören lässt, wie Sonne, Erde, Mond, Wasser und Feuer klingen. Die teils niederfrequenten Schwingungen, gefangen im engen Raum, erreichten gelegentlich die Grenze der Erträglichkeit für manchen Zuhörer. Wie erholsam hingegen die sanften Glockenklänge, die Wolfgang Lauckner als Versöhnung am Ende seines Sets hören ließ.

Danach wurde es mit dem Auftritt von Jan Heinke vom Gefühl des Zuhörens her dann doch tibetisch. Ursache dafür war sein gekonnter Obertongesang, den er auf dem selbst gebauten „Stahl-Cello“ begleitete. Dem Streichinstrument entlockte er mit gelassener Langsamkeit Töne von großer Vielfarbigkeit, die warm und nicht metallisch klangen.

Beim Set von Musikhochschullehrer für Schlaginstrumente, Wolfram Dix, wurde im sensiblen Spiel auf den Schlaginstrumenten klanglich-rhythmische Vielfalt erlebbar.

Als die drei Musiker zusammen spielten, öffnete sich der Klangkosmos weit, machte dem Namen des Ensembles „Sonus Mundi“ – „Klang der Welt“- alle Ehre und dem Publikum große Zuhörlust.

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