Wenn es einen Teufelskreis gibt, dann auch einen Engelskreis

Wort zum Sonntag im Ilm-Kreis

Pastorin Christine Behrend

Pastorin Christine Behrend

Foto: Privat / AWV

Ich sehe es vor mir: das Kalenderblatt mit einem barocken Gemälde. Große und kleine Engel im Kreis, vielfarbig, mit und ohne Flügel in einer üppigen Landschaft. Die Art der Engel, sich einander zuzuwenden, strahlt Aktivität und Kraft aus. Hier geht es ums Ganze, habe ich als Betrachterin das Gefühl. Freilich wird nichts benannt oder wäre irgendetwas ersichtlich, worum sich die Engel gerade kümmern. Aber ich spüre die große Energie, die von diesem Kreis ausgeht. Neben dem Gemälde ein kurzer Satz: Wenn es einen Teufelskreis gibt, dann gibt es auch einen Engelskreis. Die Idee des Engelskreises ist einfach genial, tröstlich und macht Mut. So scheint es jedenfalls für die Frau zu sein, die mir dieses Bild zeigt. Sie macht sich Sorgen um ihre Schwiegertochter und erzählt mir ein bisschen davon. Ich höre zu und überlege mit ihr, welche jetzt ihre Rolle sein könnte, was zu tun und was zu lasen wäre. Wir schauen wieder auf das Bild, das sonst immer einen anderen Platz hat, jetzt aber näher bei ihr, auf dem Schreibtisch, steht. Die Engel sind unverdrossen am Werk. Das ist gut, zu wissen! In dieser Woche, in der sich die Coronalage wieder zuspitzt und in Bund und Ländern wieder über geeignete Maßnahmen gestritten wird, um die rasante Ausbreitung des Virus zu stoppen, da tun mir dieses Gemälde und diese Begegnung besonders gut. Und ich spüre, was für mich dran ist: Raus aus dem Teufelskreis von Angst und Meinungsmache! Rein in den Engelskreis von Gottvertrauen und Zuversicht. An einer Seite des Engelskreises gibt es noch einen leeren Platz. Für mich heißt das: Freier Zutritt für alle, die sich Mut machen lassen wollen. Also trete ich ein.