Wettsägen und Klettern schult die Liebe zur Natur

Arnstadt  Mehr als 300 Kinder kamen gestern in den Stadtwald an der Alteburg zu den diesjährigen Waldjugendspielen.

Neo, Pia und Paul besuchen die Grundschule in Kirchheim. Bei den Waldjugendspielen hab es viel Neues zu erfahren. Unter anderem konnten die Kinder einen Fuchs aus der Nähe bestaunen. Er war natürlich ausgestopft. Foto: Kerstin Nonn

Neo, Pia und Paul besuchen die Grundschule in Kirchheim. Bei den Waldjugendspielen hab es viel Neues zu erfahren. Unter anderem konnten die Kinder einen Fuchs aus der Nähe bestaunen. Er war natürlich ausgestopft. Foto: Kerstin Nonn

Foto: zgt

Ein wenig abgekämpft sieht Darlene aus, doch die Grundschülerin aus Osthausen strahlt. Soeben hat sie mit ihren Klassenkameraden den Arnstädter Stadtwald rund um die Alteburg erkundet.

Die Osthäuser Kinder sind aber nicht allein. Insgesamt gut 300 Grundschüler aus Erfurt und dem Ilm-Kreis nehmen diesmal an den Waldjugendspielen teil. Dass es heiß ist, die Sonne vom Himmel knallt, scheint die Dritt- und Viertklässler nicht zu stören. Begeistert berichten sie von ihren Erlebnissen.

Chris Freise, der Chef des Forstamts Willrode, steht mitten im Gewusel und lächelt. Ihn freue es immer sehr, wenn sich Kinder für die Natur begeistern lassen. Genau darum gehe es auch bei den Waldjugendspielen: Im Stationsbetrieb wird nicht nur Wissen abgefragt. Die Kinder lernen auch Neues, entdecken Unbekanntes, bewegen sich, spielen.

All diese positiven Eindrücke tragen dazu bei, dass Kinder Natur als etwas Wertvolles kennenlernen. Und wer dies schätzt, schützt es später auch, bringt Chris Freise den pädagogischen Ansatz auf den Punkt.

Spaß in der Natur fördert Schutzgedanken

Die Kinder bringen dabei ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Manch einer stromert in seiner Freizeit gern unter freiem Himmel herum, auch der Sohn eines Waldbesitzers geht an den Start. Andere Kinder sind nicht so oft draußen. "Ich auch nicht", gibt Darlene zu. Und schiebt gleich hinterher, dass der Tag im Freien aber so viel Spaß gemacht habe, dass sie nun bestimmt öfter durch die Natur ziehen werde.

Alleine, sagt Chris Freise, könnten die Mitarbeiter des Forstamtes eine solche Großveranstaltung kaum stemmen. Sie seien daher froh über die Unterstützung durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Fachhochschule Erfurt. Hier kann man den Studiengang Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement belegen.

"Die Studenten haben für etliche der Stationen ein Konzept entwickelt, die Stationen aufgebaut und betreut. Das ist Bestandteil ihrer Prüfungen", erklärt Freise. Waldpädagogik werde für Förster heutzutage ohnehin ein immer wichtigerer Bestandteil ihrer Arbeit. Rund ums Jahr bieten die Forstämter Veranstaltungen an -- vom Projekttag für Kinder über geführte Wanderungen bis hin zum Tag der offenen Tür. Auch das sind Angebote, die dazu beitragen, den Umweltschutz und das Umweltbewusstsein zu fördern. Nach ihrem Parcours sehen die Kinder zwar ein wenig geschafft aus. Doch ein wenig Action vertragen sie schon noch.

Ihr habe das Wettsägen besonders viel Spaß gemacht, sagt Darlene. Ihre Klassenkameraden schwärmen von den Spielen und Wissenstests. Und von den Waldarbeitern, die mit schwerer Technik vorführten, wie sie ihre Brötchen verdienen. Auch Zapfenpflücker waren dabei.

Genauso geschwind wie sie wollten auch einige Kinder den Baum emporklettern. Manch einen verließ auf halber Höhe die Kraft, mancher war flink wie ein Eichhörnchen. Doch nicht nur die Grundschüler schlüpften in das Sicherungsgeschirr. Das ließ sich auch Kathrin Mengs von der Geschwister-Scholl-Grundschule nicht nehmen. "Ich hab es bis oben geschafft", sagt die Lehrerin lachend. Aber es war anstrengend.

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