Wiederweihe der Arnstädter Oberkirche kommt mit dreijähriger Verspätung

Arnstadt.  Nach Abschluss der umfangreichen Bauarbeiten wird Oberkirche wieder ihrer Bestimmung übergeben.

In der Oberkirche in Arnstadt wurde neuer Sandsteinfußboden verlegt. Im November 2019 war das Projekt vollendet.

In der Oberkirche in Arnstadt wurde neuer Sandsteinfußboden verlegt. Im November 2019 war das Projekt vollendet.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Lange fieberten die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und der Oberkirchenverein diesem Moment entgegen. Bald ist es so weit: Am Sonntag, 13. September, soll um 10 Uhr die Oberkirche im Rahmen eines Festgottesdienstes wiedergeweiht werden.

Geplant war dieser Festakt schon vor drei Jahren im Rahmen des damaligen Reformationsjubiläums. Doch wurden damals wichtige archäologische Funde im Fußbodenbereich gemacht. Nebenbei entdeckten die Fachleute allerdings auch massive Schäden im Boden, so dass dieser zunächst saniert wurde. Nicht nur eine Zeitverzögerung war die Folge, sondern auch ein finanzieller Kraftakt, der nicht eingeplant war.

„Dass wir nun coronabedingt deutlich kleiner feiern müssen, schmerzt natürlich“, sagt Pfarrer Thomas Kratzer. Insbesondere die 500 Spender, die sich finanziell an den einzelnen Sanierungsschritten beteiligt haben, hätten Gemeinde und Oberkirchenverein gern eingeladen. Doch die Wiedereinweihung erneut verschieben wollte die Gemeinde auch nicht.

Also wird am Sonntag in kleinerem Rahmen an den langen Weg erinnert, der zu beschreiten war. Maximal 200 Menschen dürfen in den Gottesdienst. Zutritt zum Gottesdienst haben nur Inhaber von Platzkarten. Die sind inzwischen allesamt vergeben.

Parallel zum Festgottesdienst wird im Gemeindehaus aber ein Kindergottesdienst gefeiert. Auch wird ein kleines Zelt errichtet, in dem der Gottesdienst übertragen wird. Die Zeremonie ist auch von daheim aus zu verfolgen, der Gottesdienst wird über den Youtube-Kanal der Kirchengemeinde Arnstadt übertragen.

Bereits im Jahr 1977, erinnert Thomas Kratzer, musste die Arnstädter Oberkirche wegen Bauschäden geschlossen werden. Erst nach der Wende rückte das Gotteshaus wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, 2007 wurde schließlich der Oberkirchenverein gegründet, von dessen Mitgliedern entscheidende Impulse zur Wiederbelebung des Gotteshauses ausgingen.

In den vergangenen 13 Jahren steckte die Gemeinde, unterstützt vom Verein und öffentlichen Fördermittelgebern, viel Kraft und Geld in die Sanierung der Kirche. Die Vereinsmitglieder sicherten die Öffnung der Oberkirche an den Wochenenden ab, auch Veranstaltungen fanden wieder statt. Mit der Restaurierung der Sakristei und der Wiedereinlagerung der wertvollen historischen Kirchenbibliothek im vergangenen Jahr fanden die langjährigen Bauarbeiten ihren vorläufigen Abschluss, so dass die Kirche nun wieder für Gottesdienste, Kunst und Kultur genutzt werden kann. Nur die Sauer-Orgel ist noch nicht wieder spielfähig: Für deren Restaurierung werden derzeit Spenden gesammelt. Zum Festgottesdienst hält Christine Lieberknecht, Thüringens einstige Ministerpräsidentin (CDU) und Schirmherrin des Oberkirchen-Projektes, die Festpredigt. Superintendentin Elke Rosenthal und ihre Amtsvorgängerin Angelika Greim-Harland spenden den Segen, Thomas Kratzer ist für die Liturgie verantwortlich. Es musizieren der Bachchor und der Posaunenchor.

Bereits am 12. September ist ab 18 Uhr das Festkonzert Puzzle zu erleben. Karten gibt es an der Abendkasse.

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