Wildobst für das Ramseltal

Dienstedt (Ilmkreis). Einen Tag vor dem Tag des Waldes pflanzten Ilmtalspatzen aus Dienstedt in Naherholungsgebiet neue Bäume.

Die Kinder des Kindergartens Dienstedt pflanzten mit Mitarbeitern des Forstamtes im Ramseltal Wildobstbäume. Zuvor war der Waldweg saniert worden. Foto: Britt Mandler

Foto: zgt

"Was meint ihr denn, wie alt so ein Baum wird?" Vorsichtig hält Chris Freise, der Leiter des Forstamtes Erfurt-Willrode, eine Wildbirne in die Höhe. Das Bäumchen ist erst wenige Jahre alt und soll im Ramseltal zu stattlicher Größe emporwachsen. "13 kann er schon werden", ist ein Knirps aus dem Dienstedter Kindergarten überzeugt. Chris Freise lächelt und erklärt geduldig, dass so ein Gehölz drei- oder sogar viermal älter als Oma oder Opa werden kann. Was für den Steppke kein Widerspruch ist. 13 sei schließlich ziemlich alt, sagt er.

Fröhlich lachen ringsum die Erwachsenen. Und auch die Kinder aus der Regenbogen- und Sonnenstrahlengruppe haben ihren Spaß. Sie sind mit kleinen Schaufeln bewaffnet und buddeln eifrig zehn Wildbirnen und zehn Wildäpfel ein.

Die sind recht selten in Thüringen, haben im lichtdurchfluteten Ramseltal aber einen idealen Standort. Dass hier, wo oft Wanderer und Radfahrer unterwegs sind, Bäume gepflanzt werden, hat gleich mehrere gute Gründe. Zum einen soll die Pflanzaktion den Kindern ein Erlebnis bescheren, das ihnen den Wert der Natur veranschaulicht. Unterstützt wurde die Aufforstaktion von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die nicht nur die zehn Wildobstbäume, sondern auch etliche Traubeneichen sponserte.

Zum anderen entstanden durch Wegearbeiten im Ramseltal Lücken in den Hecken, die durch die Neupflanzungen geschlossen werden sollen.

"Das, was jetzt wieder ein Weg ist, erinnerte im vergangenen Jahr an einen mäandernden Bach", sagt Chris Freise. Über Jahre schon floss Regenwasser quer über den Schotterweg und hinterließ so tiefe Spurrinnen, dass zum Schluss weder Landwirtschafts- noch Forstfahrzeuge mehr durchkamen. Das Hochwasser im vergangenen Frühjahr zerstörte die Reste des Weges völlig.

Deshalb taten sich die Gemeinde Ilmtal und das Forstamt zusammen, um den 1,2 Kilometer lange Strecke wieder herzurichten. Das kostete 45"000 Euro. Entwässerungsgräben sorgen nun dafür, dass der neue Weg nicht mehr überspült werden kann. Im Zuge der Arbeiten mussten einige stattliche Hecken entfernt werden.

Dank der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald konnten diese Lücken nun geschlossen werden. Nicht nur die Ilmtalspatzen griffen zum Spaten, sondern auch der Dienstedter Ortsbürgermeister Karl-Heinz Marr und sein Kollege aus Großliebringen, Helmut Böttner, griffen zum Spaten. Die Förster und Birgit Luhn, Chefin der Schutzgemeinschaft, halfen ebenso, die Bäume in die Erde zu bringen. Sie werden nun noch gegen Verbiss geschützt. Und einige Knirpse kündigten an, hier bald Ostereier suchen zu wollen.

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