„Ziegen haben kein Corona“ – auch nicht in Friedersdorf

Gräfinau-Angstedt.  Motorsägenkünstler Dirk Rudolf aus Gräfinau-Angstedt schnitzt Pferdefuhrwerk für Pennewitz und arbeitet an Ortssymbol für Friedersdorf

Ortsteilbürgermeister Marko Löhn (li) zeigte sich bei der Vorstellung der Skulptur geradezu begeistert, worüber sich Dirk Rudolf sehr gefreut hat.

Ortsteilbürgermeister Marko Löhn (li) zeigte sich bei der Vorstellung der Skulptur geradezu begeistert, worüber sich Dirk Rudolf sehr gefreut hat.

Foto: Gerd Dolge

Motivwechsel bei Motorsägenkünstler Dirk Rudolf: Nachdem er Mitte Oktober seinen Pennewitzer Auftraggebern nach aufwendiger Arbeit mitten in der Corona-Zeit sein Pferdefuhrwerk als neues Wahrzeichen des Ortes vorgestellt hat, steht bereits ein neuer Auftrag vor ihm.

Die polierte und mehrfach lackierte Skulptur aus Eichenholz entsprach genau den Erwartungen der Pennewitzer. Es waren über Jahrhunderte Fuhrleute aus Pennewitz mit ihren Pferden, die Spann- und Zugdienste für Händler und deren Züge über den Kamm des Thüringer Waldes bis nach Neustadt oder Kahlert leisteten.

Nur wenige Tage nach der erfolgreichen Übergabe des Pferdefuhrwerkes flatterte Dirk Rudolf aus Gräfinau-Angstedt der nächste anspruchsvolle Auftrag auf den Tisch: Eine Thüringer Waldziege für den Ort Friedersdorf. Eine „Hippe“, wie die Ziege umgangssprachlich in den Waldorten genannt wurde und teilweise noch wird, wurde auch als die „Kuh des kleinen Mannes“ bezeichnet. Die seit etwa 1900 im Thüringer Wald lebende widerstandsfähige Ziegenrasse hatte eine gute Milchleistung und war auch als Muttertier in der Zucht geschätzt. In fast jedem Haushalt der Thüringer-Wald-Orte stand mindestens eine solche Ziege und leistete ihren Teil zur Versorgung der Bauern und Knechte, Handwerker und Gesellen und ihren Familien.

Die Skulptur einer Thüringer Waldziege war schon länger in Planung. Dirk Rudolf und der Ortsteilrat hatten schon im Frühjahr mal darüber gesprochen. Jetzt sind sich die Auftraggeber vom Ortsteilrat und „Skulpturensäger“ Dirk Rudolf einig: Die Skulptur der Ziege soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Das gelang: Am heutigen Samstag wird sie übergeben.

Auch für diese Skulptur hat sich Dirk Rudolf einen rund 1,90 Meter langen Eichenstamm mit 80 Zentimeter Durchmesser ausgesucht, aus dem er dann die beinahe aufrecht stehende Ziege formte. „Ziegen haben kein Corona“, sagt der Skulpturensäger und verweist augenzwinkernd darauf, dass der Zeitplan zwar ehrgeizig, aber trotz widriger Umstände zu schaffen war.