Zwei neue Beigeordnete für Arnstadt

Arnstadt  Diana Machalett und Stefan Fricke übernehmen in den nächsten Wochen Dezernate im Rathaus und vertreten den Bürgermeister

Nach Monaten der Vakanz wurden in Arnstadt zwei neue hauptamtliche Beigeordnete gewählt – Diana Machalett und Stefan Fricke.

Nach Monaten der Vakanz wurden in Arnstadt zwei neue hauptamtliche Beigeordnete gewählt – Diana Machalett und Stefan Fricke.

Foto: Britt Mandler

Diana Machalett wird die erste hauptamtliche Beigeordnete der Stadt Arnstadt. Dafür votierten am Donnerstagabend 26 von 31 Stadtratsmitgliedern. Voraussichtlich schon zum 1. Dezember wechselt die 45-Jährige, die derzeit Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg ist, ins Arnstädter Rathaus. Zur Wahl vorgeschlagen hatte sie Bürgermeister Frank Spilling (pl).

Er kennt die Bewerberin schon seit Monaten, führte im Zuge der Gebietsreform intensive, sachliche Gespräche. Machalett, die mit ihrer Familie in Angelhausen-Oberndorf lebt, übernimmt das bisherige Bürgermeister-Dezernat, zu dem unter anderem auch die Kämmerei, das Ordnungsamt und die Personalabteilung gehören.

Ins Rennen um das Amt des zweiten Beigeordneten schickte der Bürgermeister Stefan Fricke, einen 49-jährigen Verwaltungs- und Wirtschaftsexperte, der bislang in Eisenach lebt und bei der Industrie- und Handelskammer arbeitet. Er wurde mit 24 von 31 Stimmen gewählt und übernimmt das Dezernat 2, zu dem die Kindergärten, der Sport, die Jugend, die Wirtschaftsförderung und das Bauamt gehören. Für beide Wahlen hatten die Linken eigene Favoriten vorgeschlagen, die sich aber nicht durchsetzen konnten.

Insgesamt hatten sich 14 Interessierte für die beiden Posten beworben. Elf von ihnen erschienen dem Bürgermeister fachlich geeignet. Er lud sie in den nichtöffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung ein, um sich vorzustellen.

Der Wahl vorausgegangen war eine monatelange juristische Auseinandersetzung. Spillings Amtsvorgänger Alexander Dill (pl) hatte dem Stadtrat bereits im März 2018 vorgeschlagen, die Amtszeit des Beigeordneten Ulrich Böttcher ohne Ausschreibung um sechs Jahre zu verlängern. Da sich im Stadtrat keine Mehrheit abzeichnete, rückte er von diesem Vorhaben ab. Die daraufhin erfolgte Ausschreibung wurde von Frank Spilling kurz nach seiner Wahl abgebrochen – unter anderem, weil er dem Beigeordneten andere Aufgaben zuweisen wollte, als ausgeschrieben waren. Den Bewerbern legte er ans Herz, sich im Rahmen der direkt folgenden Ausschreibung erneut zu bewerben.

Eine der Kandidatinnen reichte allerdings Klage ein. Sie unterlag in erster Instanz, legte gegen dieses Urteil Beschwerde ein, die erst im April dieses Jahres endgültig am Oberverwaltungsgericht entschieden wurde. Es blieb dabei: Der Abbruch der Ausschreibung war rechtens.

Der Stadtrat gab in der Zwischenzeit grünes Licht dafür, nicht nur einen, sondern zwei Beigeordnete auszuschreiben, da sich mit der Eingemeindung des ehemaligen Wipfratals der Aufgabenbereich deutlich erweitert hat. Den Herausforderungen war der Bürgermeister alleine in den letzten Monaten kaum mehr gewachsen – trotz tatkräftiger Unterstützung seiner beiden ehrenamtlichen Beigeordneten Georg Bräutigam (Pro Arnstadt) und Martina Lang (SPD). Entsprechend erleichtert wirkte er gestern Abend, dass er nun eine deutliche Entlastung erfahren wird.

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