Zweites Dinner für Demokratie in Arnstadt

Antje Köhler
| Lesedauer: 2 Minuten
Die Percussion-Gruppen Schlagabtausch und Ratamahata der Musikschule trommelten beim zweiten Dinner für Demokratie.

Die Percussion-Gruppen Schlagabtausch und Ratamahata der Musikschule trommelten beim zweiten Dinner für Demokratie.

Foto: Antje Köhler

Arnstadt  Etwa 150 Menschen setzen bei der Aktion auf dem Markt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Tische und Bänke für gemeinsames Essen aufgestellt.

Zu Füßen des Bachdenkmals wurde am Sonntagnachmittag getrommelt, gegessen und miteinander geredet. Über Toleranz und Meinungsfreiheit, den Rechtsruck in der Gesellschaft und die anstehenden Landtagswahlen, über das Wetter und die Gesundheit.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in Arnstadt hatte zu einem zweiten Dinner für Demokratie eingeladen, und die Akteure konnten nach dem ersten Dinner im Mai steigendes Interesse feststellen. Wozu sicher auch das schöne Wetter beitrug.

Anlass war der Internationale Tag der Demokratie, zu dem die Vereinten Nationen 2007 den 15. September erklärten.

Etwa 150 Menschen kamen auf den Markt, wo Tische und Bänke standen und ein reich gedecktes Büfett, an dem es von der indischen Gemüsesuppe bis zum Schoko-Zucchini-Kuchen einige kulinarische Überraschungen zu kosten gab. An mehreren Ständen lag Informationsmaterial aus, Jörg Kaps warb um Unterstützung für die Stolperstein-Aktion im Gedenken an ermordete Juden.

Demokratie heißt nicht nur, wählen zu gehen, es gehe auch darum, die Rechte von Minderheiten zu schützen und den Geist der Toleranz und des Ausgleichs zu kultivieren, darauf machte Norbert Wenzlaff vom Bündnis gegen Rechtsextremismus aufmerksam. Das hatte im Vorfeld zahlreiche Arnstädter Betriebe sowie die Parteien – ausgenommen die AfD -- angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Viele hätten nicht geantwortet oder abgelehnt, doch es füllte sich ein Transparent mit Partnern, darunter die Initiative Erfurter Kreuz.

Mit einem Plakat und Buttons an der Kleidung machten die „Omas gegen Rechts“ auf sich aufmerksam. 2017 in Österreich und 2018 in Deutschland als zivilgesellschaftliche Initiative gegründet, gibt es seit Juni 2019 in Erfurt eine Gruppe, zu der auch zwei Arnstädter Omas gehören.

Die Trommelgruppe musste sich übrigens beeilen, weil um 16 Uhr in der Bachkirche ein klassisches Konzert begann. Da wurde es leiser auf dem Markt, auch das ist Toleranz.

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