Zwischen Hilferuf und ehrenamtlichen Engagement - Arnstädterinnen nähen Masken für Nierenzentrum

Ilm-Kreis.  Masken spielen im Ilm-Kreis eine wichtige Rolle: Das Nierenzentrum braucht sie, sechs Frauen nähen sie. Mitstreiter und Stoff werden gebraucht.

Kathrin Cagnin vom Arnstädter Geschäft Auguste & Eugenie sitzt täglich acht Stunden an der Nähmaschine, um Mundschutzmasken aus Stoff herzustellen.

Kathrin Cagnin vom Arnstädter Geschäft Auguste & Eugenie sitzt täglich acht Stunden an der Nähmaschine, um Mundschutzmasken aus Stoff herzustellen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Es klingt wie ein Ruf. „Bitte helfen Sie uns“, spricht das Team des Nierenzentrums Ilm-Kreis die Bürger an. Sie wenden sich am Wochenende vor allem an die Nutzer der sozialen Netzwerke. Denn die Ärzte und Schwestern brauchen Masken, um ihrer täglichen Arbeit nachgehen zu können. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

„Wir Ärzte und das gesamte Dialyseteam werden in der nächsten Zeit vor die Herausforderung gestellt, unsere Patienten trotz des Coronavirus weiter sicher zu behandeln und sie und unser Team zu schützen.“ Dazu erklärt Arzt Heiko Anger, dass beispielsweise auch drei Patienten aus Neustadt kommen. „Dialysepatienten müssen auch während der Quarantäne weiter bei uns behandelt werden, da die Dialyse lebensnotwendig ist. In den Krankenhäusern in Arnstadt und Ilmenau gibt es keine eigenen Dialysestationen, so dass wir auch dort die Behandlung durchführen müssen“, betont das Team des Nierenzentrums seine wichtige Rolle und Funktion.

Schutz für Patienten, Mitarbeiter, Angehörige

Doch bei der Umsetzung gibt es derzeit Schwierigkeiten: „Trotz der Bemühungen des Gesundheitsministers und der kassenärztlichen Vereinigungen können wir im Moment nicht mit dringend notwendiger Schutzausrüstung beliefert werden.“ Konkret fehle es an FFP2- oder FFP3-Masken. „Vor April ist wohl jedoch nicht damit zu rechnen. Wir sind nicht nur für unsere Patienten sondern auch für unser Personal verantwortlich“, sagt Heiko Anger. Denn viele der Mitarbeiter hätten Kinder oder Angehörige der Risikogruppe (Eltern, Großeltern), um die sie sich kümmern müssen. „Auch sie brauchen natürlich Sicherheit, wenn sie mit infizierten Patienten in Kontakt kommen.“

Der Appell an die Öffentlichkeit hat sich gelohnt. Schon am Wochenende hat das Zentrum etliche Spenden bekommen. „Die Solidarität ist sehr groß“, ist Heiko Anger dankbar. Sie hätten aus Rudolstadt und Kahla 300 Masken bekommen. Auch von Lackierern, privaten Personen und einem bereits geschlossenen Baumarkt hat das Team die so wichtigen Masken erhalten. „Wir sind jetzt erstmal gut aufgestellt“, meint der Arzt. „Wir haben nun auch schon Erfurt unterstützt.“

Nähen für den guten Zweck

Den beiden „großzügigen Männern“ aus Rudolstadt und Kahla danken die Mitarbeiter des Nierenzentrums via Facebook. Auch die „Nähfeen“ werden erwähnt, denn auch sie leisten einen wichtigen Beitrag. Sie nähen unter dem Motto „Meine Maske hilft Dir, Deine Maske hilft mir.“ „Die Idee: die Masken kostenfrei für Institutionen in Arnstadt zur Verfügung stellen. Nun hat Kathrin Cagnin-Braun kaum mit solch riesiger Resonanz gerechnet, weil es ja lange hieß, diese Masken brächten nichts. Und ja, gegen den Virus schützen sie nicht aber mittlerweile geht die Tendenz dahin: Meine Maske hilft Dir, Deine Maske hilft mir. Und mit einer flächendeckenden Versorgung würde so tatsächlich die Gefährdung und Verbreitung eingedämmt“, heißt es bei Facebook. Federführend sind Kathrin Cagnin-Braun, Gabriela Brünnert, Jeannette Mark von Mademoiselle Interieur, Diana Reuter und Sabrina Töpfer von Kathrin Cagnin-Braun, Gabriela Brünnert, Jeannette Mark von Mademoiselle Interieur, Diana Reuter und Sabrina Töpfer von Sew Tiny Toes.

Auch solcher Masken bedient sich das Nierenzentrum. Diese seien für Patienten und Mitarbeiter, um sich allgemein zu schützen. „Die werden gewaschen und können immer wieder verwendet werden“, sagt Heiko Anger. Deshalb erfreuen sie sich auch großer Beliebtheit. Natürlich würden sie nicht bei Patienten genutzt, die das Coronavirus hätten. „Wer aus der Arnstädter Näh-athrin Cagnin vom Arnstädter Geschäft Auguste & Eugenie sitzt täglich acht Stunden an der Nähmaschine, um Mundschutzmasken aus Stoff herzustellen. Community kann Zeit und Stoff erübrigen, um uns beim Nähen unter die Arme zu greifen?“ So lautet der Aufruf, um weiter etwas Gutes zu tun. Denn: Jede Maske zählt.

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