„Alle Investitionen werden sich nachhaltig positiv auswirken“

Kerstin Fischer
| Lesedauer: 4 Minuten
Großprojekt: Im November soll mit dem Umbau der Kyffhäuser Therme in Bad Frankenhausen begonnen werden. Zum Umfang des Bauvorhabens gehört auch eine Schwimmhalle.

Großprojekt: Im November soll mit dem Umbau der Kyffhäuser Therme in Bad Frankenhausen begonnen werden. Zum Umfang des Bauvorhabens gehört auch eine Schwimmhalle.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Bad Frankenhausen.  Im Gespräch: Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc über 2023 und die großen Vorhaben der Stadt

Millionenschwere Bauvorhaben, hohe Neuverschuldung und ein bedeutsames Gedenkjahr – Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) steht 2023 vor großen Aufgaben:

Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der Kurstadt im vergangenen Jahr?

Ich denke, 2022 war wieder ein gutes Jahr für die Stadt. Wir konnten unsere Vorhaben weiterentwickeln. Die pandemiebedingten Einschränkungen waren im Februar vorbei, sodass wir die Therme öffnen konnten, und bei den Übernachtungszahlen lagen wir am Jahresende auf dem Niveau der Vorjahre. Insgesamt haben wir in der Stadt knapp fünf Millionen Euro investiert, in Straßen, Wege, Plätze, Kindergärten, Feuerwehren. Daran sieht man, dass wir keineswegs nur die Großprojekte im Blick haben, wie mancher kritisiert.

Noch zwei Jahre bis zum großen Gedenkjahr 500 Jahre Bauernschlacht.

Wir stecken voll in der Planung, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die zwei Jahre sind schnell vorbei. Fast monatlich gibt es Treffen zwischen dem Bürgermeister und der Kur- und Tourismus GmbH. In den nächsten Monaten werden wir auch die Bürger und die Tourismusbetriebe mit einbeziehen. Die Unternehmen sollen gute Pakete für die Touristen schnüren. Die Bürger sind gefragt, wenn wir am 6. September 2025 die Schlacht am Berg darstellen.

50 Millionen Euro geplante Investitionen, neue Kredite, hohe Neuverschuldung – kann der Bürgermeister nachts noch schlafen?

Ja. Weil wir uns schon seit Jahren mit unseren Projekten touristische Erschließung schiefer Turm sowie Umbau und Erweiterung Kyffhäuser Therme beschäftigen. 13 Millionen Euro beträgt die Neuverschuldung, da müssen wir durch. Aber alle Investitionsmaßnahmen werden sich nachhaltig positiv auf die Stadt auswirken.

Sind die Fördermittel in Sack und Tüten?

Der schiefe Turm ist komplett durch. Bei der Therme haben wir die Zuwendung für die Planung erhalten. Die Fördermittel für die Baumaßnahmen an der Therme, geplanter Beginn ist im November, stehen noch aus. Aber zu 99 Prozent steht fest, dass wir Fördermittel für die investiven Maßnahmen erhalten. Im Februar werden wir Gespräche mit den vier Staatssekretären für Wirtschaft, Bildung, Infrastruktur und Kultur führen und noch einmal die Bedeutung unserer Vorhaben 5. Bauabschnitt Kyffhäuser Therme, Neubau Schwimmhalle, Parkdeck und Lindenstraße sowie Gedenkjahr Bauernschlacht darlegen.

Sorge um Baufirmen?

Grundsätzlich, wir als Stadt müssen öffentlich ausschreiben. Aber mit den Privatinvestitionen werden wir noch andere Großbaustellen in der Stadt haben. Alles große Aufträge, das könnte ziehen. Ich hoffe, dass wir genügend Baufirmen finden.

Auf welche Veranstaltungen dürfen sich die Einwohner und Gäste der Stadt freuen?

Neben unseren beiden großen Volksfesten ist auch wieder ein Kultursommer geplant. 25.000 Euro Fördermittel haben wir dafür beantragt. Dieser soll vom 7. bis 9. Juli stattfinden, möglicherweise sogar auch schon wieder ab Donnerstag. Neben der Schlosswiese mit der Hauptbühne wird der Quellgrund und die Innenstadt einbezogen sein. Als weiteren Veranstaltungshöhepunkt wird es am 20. Dezember das Weihnachtsliedersingen auf dem Marktplatz wieder geben, vielleicht mit mehr Chören. Ansonsten gibt es das ganze Jahr über viele kleinere Veranstaltungen.

Schippert das „Wipperboot“ bald wieder?

Wir schreiben die Kegelbahn am Stadion noch mal neu aus, mit geänderten Konditionen, in der Hoffnung, man findet einen, der grundsätzlich interessiert ist. Die Einrichtung ist günstig direkt am Radweg gelegen – es wäre schön, wenn die Gaststätte wieder betrieben würde.

Wann wird die in Ringleben und Ichstedt herbeigesehnte Wiederherstellung einer fußläufigen Verbindung zwischen beiden Orten in Angriff genommen?

Die Mittel für die Ampelanlage sind im Haushalt eingeplant. In den Fördermittelantrag hatten wir zuletzt noch einmal die Behindertenbeauftragte einbinden müssen. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf eine halbe Million Euro. Baustart ist, wenn wir die Fördermittel haben. Wir rechnen damit frühestens im dritten Quartal und von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung mit einem Jahr.

Was wünscht sich der Bürgermeister für 2023?

Dass wir hoffentlich nicht wieder in Corona verfallen, wir müssen unsere ganzen Projekte voranbringen. Und dass es friedlich bleibt auf allen Teilen der Welt.