An der Schmücke fällt bei Heldrunger Unternehmern durch

Stadt an der Schmücke.  Firmen im gleichnamigen Gewerbegebiet in Heldrungen beklagen Irritationen ihrer Kunden seit Inkrafttreten der Gebietsreform.

Der Name An der Schmücke für die Stadt kommt bei Heldrunger Unternehmern nicht gut an. Denn hier heißt schon das Gewerbegebiet so.

Der Name An der Schmücke für die Stadt kommt bei Heldrunger Unternehmern nicht gut an. Denn hier heißt schon das Gewerbegebiet so.

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Der Name Stadt an der Schmücke kommt bei Heldrunger Unternehmern nicht gut an. „Katastrophe“, bringt der Geschäftsführer des Wärmetauscher-Herstellers VAU Thermotech, Osama Nasser, seit Inkrafttreten der Gebietsreform vor einem Jahr seinen Alltag mit dem neuen Stadtnamen mit einem Wort auf den Punkt.

Der Unternehmer hatte sich vor sieben Jahren in Heldrungen angesiedelt und 2015 seinen Firmensitz komplett von München in die Zwiebelstadt verlegt. Die Produkte des Betriebes sind über die Grenzen Deutschlands hinaus gefragt. Seine Kunden seien seit der Namensänderung völlig irritiert, sagt Nasser. Denn erschwerend kommt für VAU und die benachbarten Unternehmen hinzu, dass das Gewerbegebiet den gleichen Namen trägt wie die Stadt.

Entsprechend groß sei die Verwirrung bei schriftlichen Korrespondenzen. „Viele Kunden fragen bei uns an, ob wir uns geirrt hätten“, erzählt Nasser, der in diesem Zusammenhang auch fehlende Kommunikation beklagt. „Ein Informationsschreiben der Stadt, was mit der Gebietsreform alles auf die Unternehmer zukommt, wäre schön gewesen“, sagt er. „Als Unternehmer bekommen wir ja kein Amtsblatt.“

Die Umbenennung traf die Unternehmen radikal. Allein der Aufwand für die Ummeldungen von Gewerbe und Dienstfahrzeugen ärgern den Firmenchef. „Und was wir für Kosten haben! Wir mussten neue Prospekte drucken für die Messen, dazu neue Visitenkarten. Und die Vordrucke für Pakete“. Nasser spricht von mehreren Tausend Euro. Und dem ersten Schreck folgte alsbald auch der zweite: Die Gewerbesteuer wurde von 330 auf 390 Prozent erhöht. „Dabei war dies mit ein Grund, warum ich damals hierher gegangen bin“, räumt er ein. Den anderen Unternehmen ginge es ebenso.

Und dazu ein Name, der für den Firmenchef keiner ist: „An der Schmücke ist eine Ortsbeschreibung!“ Alle Unternehmer schüttelten darüber den Kopf. „Warum behält man nicht Heldrungen?“, fragt er. „Der Name hat Geschichte. Schon wegen seiner Burg ist Heldrungen über die Landesgrenze hinaus ein Begriff“.

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