Bad Frankenhausen: Die Fledermaus im ganzen Haus

Bad Frankenhausen.  100 Jahre Regionalmuseum Bad Frankenhausen: Seit sechs Jahren ist den Fledermäusen eine Multimedia-Ausstellung gewidmet.

Fledermäuse stehen im Mittelpunkt einer Multimediaschau im Regionalmuseum Bad Frankenhausen.

Fledermäuse stehen im Mittelpunkt einer Multimediaschau im Regionalmuseum Bad Frankenhausen.

Foto: Archiv/-Foto Ingolf Gläser

Von den in Deutschland vorkommenden 24 Fledermausarten finden sich 20 Arten in der Kyffhäuserregion. Dass so viele Flattertiere sich hier wohl fühlen, ist schon was Besonderes. Vor allem aber ist es einer der Gründe, warum es die Spezies Fledermaus im Jahr 2014 in die ständige Ausstellung des Regionalmuseums schaffte, das in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen begeht.

Die Multimedia-Ausstellung „Geheimnisse der Nacht – Faszination Fledermaus“ beschäftigt sich mit den kleinen Jägern der Nacht und geht der Frage auf den Grund, warum sich ausgerechnet in der Kyffhäuserregion so viele Arten wohlfühlen. Eine große Rolle spielt dabei das fast mediterrane Klima. Durch Wärme gibt es auch viel mehr Insekten und damit reichlich Beute für die fliegen Säugetiere.

Live-Einblick in die Fledermaus-Wochenstube in der Kirche in Gehofen

In der kleinteilig strukturierten Landschaft mit Streuobstwiesen, Laubwäldern, Steppenrasen, kleinen Gebirgen sowie Höhlen zum Überwintern ist zudem für jede Art der passende Lebensraum dabei.

Die Schau beschränkt sich nicht nur auf einen Raum, sondern zieht sich durch das Museum wie ein roter Faden und ist in fast allen Abteilungen zu finden. Sogar einen Live-Einblick in die Fledermaus-Wochenstube in der Kirche in Gehofen wird gewährt. Der Frankenhäuser Fledermausexperte Wolfgang Sauerbier von der Stiftung Fledermaus wirkte maßgeblich daran mit.

Erster Flatterpoint befindet sich im Sondershäuser Schloss

Komplettiert wird die Ausstellung durch Außenstandorte. „13 solcher Flatterpoints sind in den vergangenen Jahren an wichtigen Fledermaus-Wohnorten wie etwa der Naturparkstation oder an den Bachmühlenteichen in Bad Frankenhausen, am Kyffhäuser oder in Hachelbich entstanden“, erzählt Sauerbier.

Der erste Flatterpoint befindet sich im Sondershäuser Schloss, der letzte kam vor zwei Jahren an der Numburg dazu, wo 1997 der Dachboden als Wärmeboden für die wärmeliebende Hufeisennase ausgebaut worden war und 2001 von einem Pärchen bezogen wurde. Inzwischen leben an dieser Stelle 140 Tiere. „Das Nebeneinander von Kultur- und Naturgeschichte der Kyffhäuserregion war schon den Gründern des Frankenhäuser Heimatmuseums im Jahre 1920 wichtig“, sagt Museumsleiter Ulrich Hahnemann.