Bekömmliche Brote und gläserne Produktion: Neue Backmanufaktur öffnet am Freitag in Bad Frankenhausen

Kerstin Fischer
| Lesedauer: 3 Minuten
Bäckermeister Florian Trautmann geht am Freitag in Bad Frankenhausen mit seinem Produktionsbetrieb an den Start. Dazu gehören nicht nur bekömmliche Brote mit einer langen Teigführung, sondern auch eine gläserne Produktion.

Bäckermeister Florian Trautmann geht am Freitag in Bad Frankenhausen mit seinem Produktionsbetrieb an den Start. Dazu gehören nicht nur bekömmliche Brote mit einer langen Teigführung, sondern auch eine gläserne Produktion.

Foto: Kerstin Fischer

Bad Frankenhausen.  Am 25. November geht Bäckermeister Florian Trautmann in Bad Frankenhausen mit einem besonderen Konzept an den Start

Noch sind am Anger 20 in Bad Frankenhausen Eingangstür und Fenster mit Folie verhängt. Wenn sie verschwinden, hat die Kurstadt nicht nur wieder einen Bäcker im Ort, sondern dazu auch noch einen, der mit naturbelassenen Backwaren wirbt und sich bei der Arbeit über die Schulter schauen lässt. Am Freitag, 10 Uhr, gehts los.

Wer aber ist der mutige Handwerker, der mitten in der Energiekrise mit einer Neugründung an den Start geht, wo andere Bäckereien ums Überleben kämpfen?

Mit Backmanufaktur Traum erfüllt

Mit seiner Backmanufaktur erfüllt sich Bäckermeister Florian Trautmann einen Traum. Im väterlichen Betrieb von Konditormeister Uwe Trautmann in Artern hat der 28-Jährige das Handwerk quasi in die Wiege gelegt bekommen. Sein drei Jahre älterer Bruder Alexander ist Konditormeister, die Familie hält zusammen. Das elterliche Kur-Café liegt gleich um die Ecke. Aber beide Betriebe seien getrennt, betont der junge Mann.

Nach der Lehre in Apolda leitete Florian Trautmann zunächst das Kur-Café. 2019 ging er zur Meisterschule nach Dresden. Für den Arterner ein toller Ausbildungsort: Die Stadt ist berühmt für ihre Eierschecke und den traditionellen Stollen. Danach zog es ihn durch’s Land, wo er in Betrieben mitarbeitete.

In der Corona-Zeit begann er, seine berufliche Zukunft zu planen. „Die Leute blieben daheim, natürliche Ernährung gewann an Bedeutung, das hat mich eigentlich bestärkt“, sagt Florian Trautmann. Seine Brote zeichnet eine lange Teigführung aus, die sie auch für empfindliche Mägen bekömmlich machen. In der väterlichen Bäckerei entwarf er Rezepte, tauschte sich mit Berufskollegen im ganzen Land aus. Sein bereits prämiertes Walnussbrot etwa hat eine Vorlaufzeit von 48 Stunden. Für dieses Brot rannten ihm die Arterner fast die Tür ein und jedes Brot war vorbestellt. Nun kann er in größeren Stückzahlen produzieren und versorgt die Familienläden.

Sechs Brot- und fünf Brötchensorten sowie Saisonbrote, versehen mit seinem Markenzeichen, einer Ähre und den Buchstaben FT, umfasst die Produktpalette. Die Schaubackstube habe er sich in Bonn und Speyer abgeschaut: „Ich denke, das ist die Zukunft einer Bäckerei, um den schwieriger werdenden Marktbedingungen zu trotzen“, ist Trautmann überzeugt. Zwei Fenster, eins von der Straße und eins im Verkaufsraum, geben die Sicht in die Produktion frei.

Hohe Energiepreise bescheren manch schlaflose Nacht

Die Explosion der Energiepreise bescherte Florian Trautmann manch schlaflose Nacht. Aber es gab kein Zurück mehr. Zu weit fortgeschritten war der Hausumbau, der moderne Elektroofen bestellt. Nun muss er die Preise entsprechend kalkulieren. „Ich bin trotzdem noch voll überzeugt, dass es immer noch genug Leute gibt, die Wert auf Qualität legen“, sagt er.

Wie viele Backwaren täglich den Laden verlassen, wird sich zeigen. Auch auf der Internetseite sollen Kunden vorbestellen können. „Mein Ziel ist: keine Verschwendung. Lieber schon 17 Uhr ausverkauft sein“, sagt Trautmann, der in der Backstube Unterstützung von Sven Wirtz erhält. Seit gut einer Woche läuft das Probebacken. Backresultate, Abläufe – alles muss sitzen. Der lange Vorlauf beschert den Bäckern einen Arbeitsbeginn erst um 4 statt 1 Uhr früh. Dann gehts gleich an den Ofen, und ab Mittag wird Teig produziert.