China im Kyffhäuserkreis als Reiseland kaum gefragt

Kyffhäuserkreis.  Asienreisende suchen sich eher Ziele in Thailand oder Kambodscha aus.

Im Reisebüro Steinacker in Oldisleben blättert Stephanie Seidel in Reisekatalogen. Nach China gebe es bei den Kunden kaum Nachfrage, sagt sie.

Im Reisebüro Steinacker in Oldisleben blättert Stephanie Seidel in Reisekatalogen. Nach China gebe es bei den Kunden kaum Nachfrage, sagt sie.

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Das Corona-Virus, der Winter und die Reiselust. Deutsche werden aus China ausgeflogen, Fluggesellschaften streichen Flüge, Kreuzfahrtschiffe werden unter Quarantäne gestellt oder dürfen nicht anlegen. Welche Auswirkungen hat die neuartige Krankheit auf das Reiseverhalten im Kyffhäuserkreis?

„Wir haben derzeit keine Kunden, die nach China reisen möchten. Überhaupt ist die Nachfrage nach China-Reisen bei uns generell nicht so groß“, sagt in Oldisleben Stephanie Seidel im Reisebüro Steinacker. „Wir haben daher auch keine Kunden, die von den aktuellen Maßnahmen betroffen sind.“

Für bereits gebuchte Reisen nach China bieten einige der 300 Reiseveranstalter, die Regina Schneider vom Reisebüro Königsreisen aus Sondershausen im Angebot hat sogar kostenlose Stornierungen an. Bislang sei aber noch kein Kunde mit dem Wunsch, seine Chinareise zu stornieren, zu ihr gekommen. Gebucht werde China ohnehin selten, eher schon andere asiatische Länder wie Laos, Kambodscha und Vietnam. „Mir ist es wichtig das meine Kunden zufrieden sind, darum prüfe ich ständig ob über das jeweilige Reiseland eine Warnmeldung vorliegt, insbesondere des auswärtigen Amtes“, sagt Regina Schneider.

Ähnliches ist bei Sachsen-Anhalt-Tours in Bad Frankenhausen zu hören.

Der ferne Osten gilt als beliebtes Reiseziel im Winter. Kunden, die jetzt von einer Fernreise zurückkehrten, hätten allerdings berichtet, dass in den Urlaubsländern schon darauf geachtet wird, dass die Reisenden gesund sind, weiß Stephanie Seidel. Bei Fernreisezielen in den asiatischen Raum seien die Leute angesichts der aktuellen Situation allerdings vorsichtig und fragen nach, berichtet Stephanie Seidel. „Derzeit können wir unseren Kunden sagen, dass es keine Reisewarnungen gibt“.

Ihre Informationen erhalten die Reisevermittler von den Veranstaltern. Wobei sie nicht nur abwarten, bis sie informiert werden, sondern sie werden auch selbst aktiv. „Wir können bei den Veranstaltern beispielsweise nachsehen, wie der Stand der Dinge ist und ob ein Reiserücktritt kostenpflichtig ist“, so Stephanie Seidel. „Darüber hinaus machen wir uns auch selber kundig – beim Auswärtigen Amt. Dort erhalten wir die Informationen aus erster Hand, da gehen wir auf Nummer Sicher“, sagt sie.

Ungebrochen hoch im Kurs – Umwelt oder Corona hin oder her – stehen weiter Kreuzfahrten. Allerdings auch hier weniger in den asiatischen Raum, als vielmehr Nordeuropa, Ostsee oder Mittelmeer. „Wer einmal eine Kreuzfahrt auf einem großen Schiff gemacht hat, der macht gerne eine zweite oder dritte“, so die Erfahrung Stephanie Seidels.

Den Kunden nicht nur die gewünschte Reise zu verkaufen, sondern sie auch umfassend zu beraten, nehmen die Vermittler im Reisebüro Steinacker sehr ernst. Denn das ist genau das, was ein Reisebüro von einer unpersönlichen Reisebuchung über das Internet unterscheidet. „Dafür bin ich ja Vermittler“, sagt Stephanie Seidel.

Auch Lutz Blobner, der das Aratora-Reisecenter in Artern betreibt, spürt keine Auswirkungen des Coronavirus. „Generell wird China bei Asienreisen hier nicht nachgefragt. Wenn es um Asienreisen geht, dann spielen Länder wie Thailand oder Kambodscha eher eine Rolle“, sagt Blobner. Entspechend gab es auch keine Stornierungen aufgrund des grassierenden Virus.

Generell seien jetzt die Buchungen für die Winterferien schon durch und erst für die Osterferien gebe es wieder Anfragen. „In diesem Zeitraum empfehle ich den Leuten Ägypten, die Lage dort hat sich wieder beruhigt und es herrschen dort angenehme Temperaturen“, sagt er. Für den klassischen Sommerurlaub empfiehlt er Reisen nach Bulgarien, auf Mallorca oder in die Türkei. Hier stimme gerade für Familien noch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ebenfalls weiter sehr gefragt sind Kreuzfahrten. Auch dabei spielt Asien als Ziel keine Rolle. „Die meisten Leute unternehmen Kreuzfahrten im Mittelmeer, bis zu den Kanaren oder auch zum Nordkap und im Sommer nach St. Petersburg“, sagt Blobner. Außerhalb von Europa gebe es lediglich Interesse an Kreuzfahrten durch die Karibik.

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