Drehtag im Tierheim Gehofen

Action: Laufen gehört für die bellenden Vierbeiner dazu, um gut in Szene gesetzt werden zu können.

Action: Laufen gehört für die bellenden Vierbeiner dazu, um gut in Szene gesetzt werden zu können.

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Gehofen. Wer schon Garfield heißt, den muss man einfach lieb haben. Doch mit dem roten Perserkater im Tierheim Gehofen ist das so eine Sache. Der kuschelige Stubentiger hat eine Hausstaub- und Futtermilben-Allergie und darf nur Spezialfutter fressen. Und das macht seine Vermittlung in ein neues Zuhause nicht eben leicht.

Doch vielleicht wird es jetzt was. Denn Garfield gehört zu sieben Tieren aus dem Tierheim Gehofen, die über die Mdr-Sendung „Tierisch, tierisch“ einen neuen Besitzer finden sollen. Am Montag war Drehtag im Tierheim.

9.30 Uhr rollen die Fahrzeuge der Fernsehleute am Tierheim vor. Zwei Drehteams machen sich startklar. Kameras werden aus dem Auto geholt, Lichtverhältnisse gecheckt, die Technik eingestellt. Im Aufenthaltsraum haben die Tierheim-Mitarbeiter einen Frühstücksimbiss vorbereitet. Sie freuen sich immer, wenn das Fernsehen kommt und in Gehofen für die beliebte Tierheim-Sendung dreht. Denn das verspricht viel Resonanz.

Schließlich wird die Sendung mit Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in drei Bundesländern ausgestrahlt. Regisseur Axel Müller-Hönow macht sich sogleich an die Planung: Welche Tiere nehmen wir? Auch das Tierheim-Team sitzt in der Runde. Denn die Tierheim-Mitarbeiter stellen die Tiere in der Sendung vor. Gegen Mittag wird Moderatorin Ute Bresan erwartet und bis zum Abend soll die Sendung im Kasten sein.

Neben Garfield fällt die Wahl von Rüdiger Hundt und Ines Scheler auf eine rot-weiße Hauskatze. Die ist zehn Jahre alt und hatte ein gutes Leben, bis ihre Besitzerin im vergangenen Jahr verstarb. Dazu kommen fünf Hunde. Hecki zum Beispiel, der Bulldoggen-Mischling, der vor einem Dreivierteljahr ins Tierheim kam, Rottweiler „Ben“ und Schäferhund-Mix Luie, der zwischen Seehausen und Oldisleben gefunden wurde. Traurig das Schicksal des acht Monate alten Schäferhund-Welpen Rudolf, den der Amtstierarzt wegen schlechter Haltungsbedingungen einwies. Oder das von Schnauzer-Mix Rudi, der 2015 schon mal in Gehofen war. Seine neuen Besitzer trennten sich nun, was auch für ihn Folgen hatte.

Zwischen 90 und 100 Tierheime in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt steuern laut Axel Müller-Hönow die Fernsehleute für „Tierisch, tierisch“an. Danach ist jedes Tierheim rechnerisch alle zwei Jahre an der Reihe. Doch ein festes Schema gebe es nicht, räumt der Regisseur ein. „Wir kommen auch auf Hilferuf, wenn ein Tierheim überfüllt ist und Entlastung braucht“, sagt er. Dreißig Hunde und hundert Katzen leben derzeit im Tierheim Gehofen. Ältere Hunde kommen oft, weil ihr Besitzer umzieht oder stirbt. Bei jüngeren Tieren seien häufig die Besitzer überfordert, nennt Hundt Gründe für die Abgabe in der Einrichtung. Hinzu kommen Einweisungen durch den Amtstierarzt wegen schlechter Haltung sowie die Fundtiere.

Ausgestrahlt wird die Sendung am Mittwoch, 26. Februar, um 19.50 Uhr. Und dann wird es ein langer Abend für die Gehofener Tierheim-Mitarbeiter. „Schon während der Sendung klingeln die Telefone“, weiß Ines Scheler aus Erfahrung. Und am nächsten Morgen geht es weiter. Am darauffolgenden Samstag ist dann noch mal Drehtag: Welches Tier hat wo ein neues Zuhause gefunden? Natürlich ist die Hoffnung groß, dass alle vorgestellten Tiere vermittelt werden können. Und vielleicht noch ein paar mehr.

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