Einkaufen in Corona-Zeiten

Kyffhäuserkreis.  Türsteher, Einkaufswagen-Desinfektion und Klebestreifen: Wie ein Lebensmittelmarkt in Bad Frankenhausen auf die Krise reagiert.

Einkaufen in Corona-Zeiten: Der Herkules-Markt in Bad Frankenhausen hat zahlreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. Marktmitarbeiter Sebastian Schmidl desinfiziert mehrmals täglich die Griffe der Einkaufswagen.

Einkaufen in Corona-Zeiten: Der Herkules-Markt in Bad Frankenhausen hat zahlreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. Marktmitarbeiter Sebastian Schmidl desinfiziert mehrmals täglich die Griffe der Einkaufswagen.

Foto: Kerstin Fischer

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Begrenzter Kundenzugang und Kassierer hinter Plexiglas: Das Einkaufen ist in Zeiten des Coronavirus ein hochsensibles Thema. In Bad Frankenhausen hat der Herkules-Einkaufsmarkt auf die neue Situation reagiert. Am ersten Tag der neuen Woche steht Security vor allen Zugängen. „Sie müssen einen Wagen nehmen – ohne kommen Sie nicht rein“, belehrt Gunnar Böland eine Kundin freundlich, aber bestimmt. Er hat eine ältere Dame an der Eingangstür angehalten. Auf ihren Einwand, dass sie nur eine Kleinigkeit besorgen wolle, die sie in der Hand trage, reagiert der Türsteher unnachgiebig. „Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.“

Zahl der Einkaufswagen fast halbiert

Was die Mitarbeiter der PWD Group aus Esperstedt seit Montag von den Kunden verlangen, ist keine Schikane. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat der Einkaufsmarkt die Maßnahmen verschärft. Eine davon ist die Reduzierung der Zahl der Kunden, die sich gleichzeitig im Markt aufhalten. Um den Überblick zu behalten, wurde die Zahl der Einkaufswagen fast halbiert und kein Kunde darf ohne Wagen den Markt betreten. „Damit soll verhindert werden, dass die ganze Familie den Markt betritt“, sagt Gunnar Böland. In diesen Zeiten bleibt man besser zu Hause. Für Paare heißt es: Entweder jeder nimmt einen Wagen oder einer wartet im Auto. Gleiches im Baumarkt nebenan.

Und wenn gerade alle Einkaufswagen im Umlauf sind, dann müssen neue Kunden warten.

Rund 140 Personen dürfen nun zur gleichen Zeit im Lebensmittelmarkt einkaufen. „Seit Donnerstag haben wir an den Zugängen Einlasskontrolle, seit Montag übernimmt das für uns eine Security-Firma“, berichtet Marktleiter Christian Kraft. Rechnerisch hat damit jeder Kunde 20 Quadratmeter Platz im Markt. „Das ist natürlich nicht exakt einzuhalten, bietet auf jeden Fall aber mehr Sicherheit“.

Abstand halten ist oberstes Gebot

Überhaupt ist Abstand halten oberstes Gebot. Daran erinnern Schilder, die überall im Markt aufgestellt sind. 1,50 Meter sollten es sein. „Um den Kunden Anhaltspunkte zu geben, sind zusätzlich Klebestreifen im Abstand von 1,50 Meter auf dem Boden angebracht“, zeigt der Marktleiter auf die schwarz-gelben Markierungen, die sich durch den ganzen Markt bis zur Kasse ziehen. An der Kasse bitten Schilder die Kunden um möglichst bargeldlose Bezahlung. Als Letztes sollen ab Dienstag Plexiglasscheiben Kassiererin und Kunden trennen. „Gerade eben kam die Montageanweisung“, sagt Marktleiter Kraft am Montagvormittag. Und 3- bis 4 Mal am Tag werden die Griffe der Einkaufswagen von einem Markt-Mitarbeiter mit Desinfektionsmittel besprüht.

Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe

Auch individuell kann sich der Kunde schützen. Der Markt stellt Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe bereit, die draußen vor dem Eingang zur Selbstbedienung auf einem Tisch stehen. Damit kann der Kunde seine Hände und den Einkaufswagen desinfizieren und sogar Gummihandschuhe überstreifen. Etliche Kunden machten am Montag davon Gebrauch.

Bei den meisten Kunden stoßen die verschärften Einlassmaßnahmen auf Verständnis. „Wo die erste Einsicht fehlt, erkläre ich den Leuten das noch mal ausführlich und dann lenken sie meist ein“, sagt Gunnar Böland. Aber es gibt auch immer noch Uneinsichtige. Eine Dame, die trotz Ermahnung ohne Wagen in den Markt drängte, sei schließlich vom Personal gestoppt worden, berichtet der Security-Mann. Am Ende habe sie sich sogar bei ihm entschuldigt.

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