Vorlage abgelehnt

Hauptausschuss will keinen Rewe-Markt

Artern.  Der Hauptausschuss des Arterner Stadtrates hat eine Vorlage zur Unterzeichnung eines städtebaulichen Vertrages einstimmig nicht empfohlen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Hallesche Mitteldeutsche Bau AG (HMB) will das Unternehmer Saller eine Rewe ansiedeln.

Auf dem Gelände der ehemaligen Hallesche Mitteldeutsche Bau AG (HMB) will das Unternehmer Saller eine Rewe ansiedeln.

Foto: Patrick Weisheit

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Auch in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrates stand eine Diskussion über die mögliche Neuansiedlung eines Rewe-Marktes in Artern auf dem Plan. Anders als im Bauausschuss fiel die Empfehlung für den Stadtrat gegen den neuen Markt aus, indem sie eine Vorlage zur Ermächtigung des Bürgermeisters zur Unterzeichnung eines städtebaulichen Vertrages mit der Firma Saller nicht empfahl. Grund dafür war auch ein Gespräch der Fraktionen mit dem Betreiber des örtlichen Edeka-Marktes.

Im Bauausschuss wurden Vorwürfe gegen den Edeka-Betreiber Michael Lehne geäußert worden, woraufhin sich dieser auch zu Wort meldete (TA berichtete). Zuvor führte Lehne auch ein Gespräch zu dem er alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen einlud. Dieses hinterließ offensichtlich Eindruck. Ulrich Jursch (Linke) sagte, dass Lehne in dem Gespräch glaubwürdig darlegen konnte, dass er Artern keinesfalls den Rücken kehren wolle. Dem pflichtete auch Bernd Reiber (SPD) bei und sagte, dass Michael Lehne die Gesamtheit der Geschäfte im Einkaufszentrum Kachstedter Straße betonte. Wolfgang Koenen Linke), Arterns Ortschaftsbürgermeister sagte, dass er sich letztmalig zu diesem Thema äußern wolle: „Das eigentliche Problem an den Märkten ist, dass immer größer werdende Non-Food-Sortiment, das den kleinen Einzelhändlern in der Innenstadt zu schaffen macht. Wenn wir diesen Beschluss durchbringen, sollte sich der Stadtrat nicht mehr auf die Fahnen schreiben für die Entwicklung der Innenstadt einzutreten“. Dirk Gonschorek (Parteiunabhängige Bürger) pflichtete Koenen bei und sagte, dass man das deutliche Votum des Arterner Ortschaftsrates gegen den Markt beherzigen solle. Petra Buffi (Linke) betonte noch einmal, dass es nach der Unterzeichnung eines städtebaulichen Vertrages kein Zurück gebe. Lieber solle sich der Stadtrat mit alternativen Entwicklungsmöglichkeiten für die Industrieruine an der Reinsdorfer Straße befassen. Das unterstütze auch Christine Zimmer (CDU) und schlug das Areal auch als geeigneten Platz für eine Wohnbebauung vor. Einzig Tobias Helm (pl), Ortschaftsbürgermeister von Schönfeld, gab zu bedenken, dass man mit Rewe den einzigen Markt vergraule, der auch bis 22 Uhr öffne. Dies könne in Verhandlungen mit Investoren für die geplante Industriegroßfläche zum Problem werden.

Bürgermeister Torsten Blümel (Linke) sagte, der Stadtrat habe nicht über den Wettbewerb im Handel zu entscheiden. Sollte aber ein Verdrängungseffekt einsetzen, sehe er die Gefahr, dass das Einkaufszentrum an der Kachstedter Straße zur Invest-Ruine verkomme. Die Beschlussvorlage wurde schließlich einstimmig abgelehnt.

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