Gericht in Sondershausen verhandelt über gestohlenen Hund

Kyffhäuserkreis.  Eine Frau aus Nordhausen soll über Ebay-Kleinanzeigen einen Hund verkauft haben. Bei einem Besuch nahm sie das Tier einfach wieder mit. Sie habe das Tier nur zu Pflege gegeben.

Klein und wuschelig: Auf der Niedlichkeitsskala steht der Bolonka Zwetna weit oben.

Klein und wuschelig: Auf der Niedlichkeitsskala steht der Bolonka Zwetna weit oben.

Foto: Symbol-Foto: Arno Burgi / dpa-tmn

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Der Tatvorwurf: Diebstahl eines Hundes. Vor Gericht stand nun eine Frau im mittleren Alter aus Nordhausen. Bei Ebay-Kleinanzeigen entdeckte eine Frau aus Sondershausen, dass ein Bolonka für 150 Euro abzugeben sei. Es kam zum Kontakt, ein Bekannter fuhr die Frau in die Rolandstadt. Der Mann habe am Auto gewartet, die beiden Frauen regelten die Formalien, schilderte Richter Gerald Fierenz vom Amtsgericht Sondershausen die Vorgeschichte des Falles. Die Sondershäuserin nahm den Hund mit.

Einige Wochen vergingen. Da habe die Nordhäuserin bei der Frau in Sondershausen an der Wohnungstür gestanden. Sie wollte zu dem Hund. Die Hundebesitzerin sagte zu. Dann habe die Nordhäuserin den Hund gerufen, der kam und sei mit ihr verschwunden. Das ist Diebstahl, sagte sich die Sondershäuserin, ging zur Polizei und erstattete Anzeige.

Die Nordhäuserin habe sich bei der Polizei zum Tatvorwurf nicht geäußert. Gegen die Angeklagte wurde ein Strafbefehl erlassen, sie sollte eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen je 30 Euro zahlen und zudem einen Wertersatz für den Hund leisten. Dagegen legte sie Einspruch ein. Es kam zur Verhandlung beim Amtsgericht Sondershausen.

Nein, betonte, die Angeklagte, das sei kein Diebstahl gewesen, sie habe den Hund in Pflege gegeben, es sei der Hund der Tochter. Man habe kein Geld von der Sondershäuserin für die Pflege verlangt, weil der Hund eine Augenkrankheit habe und Tierarztkosten anfallen würden. Der Richter verwies auf die Kleinanzeige und den eingetragenen Kaufpreis von 150 Euro. Sie habe nicht gewusst, dass auch andere Einträge möglich sind. Sie sei mit der Sondershäuserin über Whatsapp ständig im Kontakt gewesen, sie wollte wissen, wie es dem Hund geht. Irgendwie habe die Nordhäuserin mitbekommen, dass die Sondershäuserin dem Hund das Fell geschoren und ihn dabei verletzt habe. Aus Sorge ums Tier habe sie den Hund abgeholt.

Die Sondershäuserin schilderte, dass bei der Hundeübernahme kein Geld geflossen sei, weil das Tier ein Geschenk gewesen sei. Auch sie verwies auf die Krankheit und mögliche Tierarztkosten. Bei der Rückfahrt nach Sondershausen sei, so die Aussage des Mannes, bei der Frau von einem Geschenk, nicht von Pflege die Rede gewesen. Im Nachrichtenkontakt über Whatsapp habe die Sondershäuserin angekündigt, sie wolle den Hund kastrieren lassen. Zudem habe sie gehört, dass der Hund zur Zucht genutzt wurde.

Das Gericht sieht Indizien für einen Diebstahl, es verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen je 20 Euro sowie einem Wertersatz von 200 Euro. Die Angeklagte legte Berufung ein.

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